Japan Privat
Das verschneite Dorf Shirakawa-gō mit seinen strohgedeckten Gassho-zukuri-Häusern unter tiefem Winterschnee, dahinter bewaldete, schneebedeckte Berge an einem klaren Wintertag
Saison · Winter

Japan im Winter 2026/27: Schneeaffen, Onsen im Schnee und ehrliche Reiseplanung

8. Juli 202616 Min. Lesezeit
Inhaltsverzeichnis

Japan im Winter ist die stillste und vielleicht ehrlichste Jahreszeit des Landes – und zugleich die unterschätzteste. Während sich auf der Japanmeerseite meterhoher Pulverschnee türmt, liegen Tokyo und Kyoto oft unter klarem, kaltem Himmel mit der besten Fuji-Sicht des ganzen Jahres. Es ist die Zeit der dampfenden Onsen im Schnee, der Schneeaffen von Jigokudani, des Sapporo Schneefestivals und wärmender Nabe-Töpfe – aber auch der kurzen Tage und der Neujahrsschließungen, über die die meisten Reiseführer schweigen. Als deutschsprachiger Veranstalter, der in Japan lebt, sagen wir Ihnen offen, für wen sich der Winter lohnt – und für wen nicht. Und wir zeigen, wie aus Schnee, Kultur und Onsen eine individuelle Reise nach Maß wird, ganz ohne Gruppenzwang.

Das Wichtigste in Kürze

  • Beste Reisezeit: Dezember bringt Illuminationen und die klarste Fuji-Sicht, Januar den zuverlässigsten Pulverschnee, Februar die großen Schneefeste – der Höhepunkt der Saison.
  • Schnee gibt es nur im Schneegürtel: Viele nehmen an, in ganz Japan liege im Winter Schnee – tatsächlich bleiben Tokyo, Kyoto und Osaka meist schneefrei. Für echten Schnee reisen Sie gezielt nach Hokkaidō, Nagano, Niigata oder Tōhoku.
  • Kälte & kurze Tage: In Sapporo herrscht Dauerfrost (Tagesmittel um −3 °C), und schon gegen 16:45 Uhr wird es dunkel. Warme Kleidung nach dem Zwiebelprinzip ist Pflicht.
  • Neujahr (Ōshōgatsu): Vom 29. Dezember bis 3. Januar sind viele Läden, Restaurants und Museen geschlossen, Shinkansen früh ausgebucht – wir empfehlen die Ankunft ab dem 4./5. Januar.
  • Onsen im Schnee: Das dampfende Außenbad (Rotenburo) bei fallendem Schnee ist der stille Mittelpunkt des Winters – mit klaren Hinweisen zu Tattoo-Regeln und privaten Bädern (Kashikiri).
  • Nebensaison-Vorteil: Außerhalb der Neujahrswoche ist der Winter (vor allem Januar/Februar) ruhiger und günstiger. Hokkaidō und die Skigebiete sind die Ausnahme – dort ist Hochsaison.
  • Vorlauf: Für maßgeschneiderte Winterreisen empfehlen wir 6–9 Monate Vorlauf; Top-Ryokan und Ski-Unterkünfte in Niseko oder Hakuba oft noch früher.

Warum sich Japan im Winter lohnt – und für wen nicht

Der japanische Winter (Dezember bis Februar) ist für weite Teile des Landes Nebensaison – und genau darin liegt sein größter Reiz: weniger Andrang an den bekannten Orten, spürbar niedrigere Flug- und Hotelpreise sowie die klarste Fuji-Sicht des ganzen Jahres. Dass immer mehr Reisende aus dem deutschsprachigen Raum das entdecken, zeigt die Nachfrage: Der Veranstalter DERTOUR meldete für den Winter 2025/26 ein Plus von rund 107 % bei Japan-Buchungen (Richtwert). Wir merken diesen Zuwachs auch bei uns vor Ort.

Zwei Ausnahmen von den günstigen Preisen sollten Sie fest einplanen: die Neujahrswoche (etwa 29. Dezember bis 3. Januar), in der Preise und Andrang steigen und vieles geschlossen ist, sowie Hokkaidō und die Skigebiete, wo der Winter Hochsaison ist. Überall sonst gilt als Richtwert 2026/27: Ab etwa dem 5. Januar bis in den Februar wird es deutlich ruhiger und günstiger. Die trockene, klare Winterluft auf der Pazifikseite – Tokyo, Kyoto – sorgt zudem im Dezember und Januar für die zuverlässigste Sicht auf den Fuji, an rund 20 bis 25 Tagen im Monat.

Der Winter lohnt sich besonders für …Weniger passend, wenn Sie …
Onsen- und Kulturreisende, die dampfende Außenbäder im Schnee und leere Tempel suchenüppig blühende oder sattgrüne Gärten erwarten – die liegen im Winter brach
Schnee- und Skifans, die den berühmten Pulverschnee („Japow“) in Hokkaidō oder Nagano wollenlange, milde Tage brauchen – im Januar wird es bereits gegen 17 Uhr dunkel
ruhesuchende Städtereisende, die Tokyo und Kyoto ohne Gedränge und zu Nebensaisonpreisen erleben möchtenin Kyoto verlässlich Schnee erwarten – dort schneit es nur selten und dann leicht

Unser Rat als Veranstalter vor Ort: Der Winter ist keine „schlechtere“ Reisezeit, sondern eine andere. Richtig eingeordnet passt er hervorragend zu Menschen, die Wärme im Ryokan, Schnee in den Bergen und ruhige Städte einer vollen Hauptsaison vorziehen. Wie sich die Monate im Jahresverlauf vergleichen, ordnen wir in unserem Überblick zur besten Reisezeit für Japan ein. Und weil sich Schnee, Kultur und Onsen nur schwer in eine Ski-Pauschale pressen lassen, planen wir daraus lieber eine individuelle Japanreise nach Ihrem Tempo – statt einer Gruppentour nach festem Takt.

Quellen: Japan Highlights – Mt. Fuji Visibility by Month (abgerufen Juli 2026), Agate Travel – Cheapest Month to Visit Japan (abgerufen Juli 2026), japan-guide.com – Visiting Japan during New Year (abgerufen Juli 2026)

Klima & Regionen: Schneegürtel und Pazifikseite

Wenn Sie in Japan echten Schnee erleben möchten, müssen Sie gezielt in den Schneegürtel reisen – an die Japanmeerseite oder in die Berge. Die klassische Reiseachse Tokyo–Kyoto–Osaka bleibt im Winter dagegen überwiegend schneefrei, trocken und sonnig. Verantwortlich für diese Zweiteilung ist der winterliche Nordwest-Monsun, der Japan klimatisch in zwei sehr unterschiedliche Hälften trennt.

Der Mechanismus ist einfach: Kalte, trockene Luft aus Sibirien strömt über das vergleichsweise warme Japanische Meer und nimmt dabei viel Feuchtigkeit auf. An den Gebirgsketten der Westküste lädt sie diese als starken Schneefall ab – hier liegt das Yukiguni, das „Schneeland“, mit meterhohem Schnee und überwiegend grauem Himmel. Über den Bergkämmen sinkt die inzwischen trockene Luft wieder ab. Auf der Pazifikseite mit Tokyo und Kyoto sorgt sie für klare, trockene Tage und den kalten, trockenen Fallwind Karakkaze.

Für Sie als Reisende heißt das: In Tokyo und Kyoto erwartet Sie meist strahlend blauer Himmel, aber spürbare Kälte und kurze Tage – in Tokyo geht die Sonne schon gegen 17 Uhr unter, und die Nächte in Kyotos Kessellage liegen nahe dem Gefrierpunkt. Der Vorteil dieser trockenen Winterluft: Sie beschert der Pazifikseite die klarste Fuji-Sicht des Jahres; im Dezember und Januar ist der Berg an rund 20 bis 25 Tagen frei zu sehen. Auf der Japanmeerseite ist es umgekehrt zwar nicht extrem kalt, aber grau, feucht und schneereich – ehrlich gesagt kein Postkartenwetter, dafür die Bühne für tiefen Pulverschnee und dampfende Onsen im Schnee.

OrtØ-Temp. JanuarØ-TageshochØ-TagestiefWinterbild
Tokyo (Pazifikseite)5,4 °C9,8 °C1,2 °CTrocken, sonnig, kurze Tage – Schnee selten
Kyoto (Kessellage)4,8 °C9,1 °C1,5 °CTagsüber oft klar, Nächte am Gefrierpunkt, selten leichter Schnee
Nagano (Alpenrand)ca. −0,3 °Cca. 3,5 °Cca. −4,1 °CKalt; Schneefall an rund 23 Tagen – Tor zu Ski und Schneeaffen
Kanazawa (Japanmeerseite)ca. 3,9 °Cca. 6,8 °Cca. 0,9 °CMild, aber grau und feucht; Schneefall an rund 19 Tagen
Sapporo (Hokkaidō)−3,2 °C−0,4 °C−6,4 °CDauerfrost, wenig Sonne, verlässlich viel Schnee

Die Werte für Tokyo, Kyoto und Sapporo folgen den JMA-Klimanormalen 1991–2020 (Januar); die Angaben für Nagano und Kanazawa sind gerundete Richtwerte 2026/27.

Faustregel: Wo der Schnee liegt

Für Schnee, Ski und Onsen im Freien reisen Sie in den Schneegürtel – nach Hokkaidō, ins Bergland von Nagano oder an die Japanmeerseite. Für klare Sicht, Stadtkultur und den freien Blick auf den Fuji bleiben Sie auf der Pazifikseite (Tokyo, Kyoto, Osaka). Am schönsten lässt sich beides zu einer zweiwöchigen Rundreise verbinden; welcher Monat für welche Region am besten passt, ordnen wir im Überblick zur besten Reisezeit ein.

Quellen: Japan Meteorological Agency – Klimanormale 1991–2020 (Januar), Weather Atlas – Nagano im Januar (Richtwerte), Weather Atlas – Kanazawa im Januar (Richtwerte), Climate of Japan – Wintermonsun und Zweiteilung (Wikipedia, mit JMA-Bezug), Japan Highlights – Fuji-Sicht nach Monat

Die Schneeaffen von Jigokudani (Nagano)

Die Schneeaffen von Jigokudani sind kein Zoo-Erlebnis, sondern frei lebende Japanmakaken (Nihonzaru) ohne Zäune, die die heiße Quelle nur bei echter Kälte aufsuchen. Am verlässlichsten baden sie im Januar und Februar, wenn die Temperaturen regelmäßig unter −5 °C fallen; an milden Wintertagen steigen sie oft gar nicht ins Wasser. Die ikonische Szene ist also nie garantiert. Prüfen Sie vor der Anreise die offizielle Live-Webcam des Parks, um zu sehen, ob die Tiere an diesem Tag überhaupt baden – das erspart Ihnen an einem zu milden Tag einen weiten, vergeblichen Weg.

Mehrere Japanmakaken (Schneeaffen) baden bei Schneefall im heißen Quellwasser des Jigokudani Yaen-koen in Nagano
Schneeaffen baden bei Schneefall im heißen Quellwasser von Jigokudani (Nagano) – das ikonische Winterbild Japans.

Das ist zugleich der Kern der Sache: Dieselbe Kälte, die die Makaken ins warme Wasser treibt, macht auch den Besuch anspruchsvoll. Nagano-Stadt am Fuß der Alpen ist einer der kältesten Landstriche der Hauptinsel – im Januar liegt das mittlere Tageshoch bei rund 3,5 °C, das Tagestief bei etwa −4,1 °C, und an gut 23 Tagen des Monats fällt Schnee (Richtwerte). Wer die badenden Affen sehen will, muss also genau mit dem Wetter rechnen, das die Szene erst möglich macht.

Der Park liegt nicht an der Straße, sondern am Ende eines Fußwegs. Ab Tokyo bringt Sie der Hokuriku-Shinkansen in schnellstenfalls rund 79 Minuten nach Nagano; von dort fahren Sie mit der Nagano-Dentetsu-Bahn (etwa 45 Minuten bis Yudanaka mit dem Limited Express Snow Monkey) und dem Bus weiter oder nehmen den Direktbus ab Nagano. Am Schluss steht ein rund 30 bis 40 Minuten langer Fußmarsch über einen unbefestigten, im Winter oft vereisten Waldweg. Feste Winterschuhe – bei Glätte mit Grödeln (Schuhkrallen) – sind hier keine Empfehlung, sondern Pflicht; für Rollstühle und Kinderwagen ist der Weg nicht geeignet. Kommen Sie früh: Im Winter (November bis März) öffnet der Park von 9 bis 16 Uhr, und am Morgen ist es merklich ruhiger.

PunktRichtwert 2026/27
EintrittErwachsene (ab 18 J.) 800 Yen, Kinder 6–17 J. 400 Yen, unter 6 J. frei
Öffnung im WinterNovember bis März 9:00–16:00 Uhr (früh kommen)
Anreise ab TokyoHokuriku-Shinkansen nach Nagano (~79 Min.), dann Bahn + Bus oder Direktbus
Fußweg zum Park~30–40 Min. über unbefestigten, oft vereisten Waldweg; feste Winterschuhe nötig
BarrierefreiheitNicht barrierefrei – keine Rollstühle/Kinderwagen; Parkplatz Jigokudani 500 Yen
Beste ZeitJanuar/Februar bei Temperaturen unter −5 °C; Live-Webcam vorab prüfen

Weil die An- und Rückreise ohnehin einen halben Tag kostet, verbinden wir Jigokudani am liebsten zu einer eigenen kleinen Winterroute statt zu einem gehetzten Tagesausflug: dazu der ehrwürdige Zenkō-ji-Tempel in Nagano und anschließend eine Übernachtung im nahen Onsen-Ort Shibu oder Yudanaka. Dort erleben Sie abends im dampfenden Rotenburo (Außenbad) bei fallendem Schnee genau jene Onsen-Kultur, die tagsüber auch die Affen ins warme Wasser lockt – der schönste Kontrast zur Kälte. Wie Sie das passende Haus auswählen, lesen Sie in unserem Ryokan-Guide; wann sich die winterliche Nebensaison insgesamt lohnt, ordnen wir im Überblick zur besten Reisezeit für Japan ein.

Quellen: Jigokudani Yaen-kōen – Eintritt & Öffnung (offizieller Guide), Jigokudani Yaen-kōen – Anreise (offizielle Access-Seite), Jigokudani Yaen-kōen – Bade-Verhalten (First-Time-Visitor-Guide), Weather Atlas – Nagano im Januar

Skifahren & Pulverschnee (Japow): Niseko, Hakuba & Co.

Japans legendärer Pulverschnee – im Marketing kurz „Japow“ genannt – gehört zum trockensten und leichtesten der Welt, und der beste, konstanteste Tiefschnee fällt im sogenannten „Japanuary“, also etwa von Mitte Januar bis Mitte Februar. Verantwortlich ist der Japan-See-Effekt: Kalte, trockene Luft aus Sibirien nimmt über dem vergleichsweise warmen Japanischen Meer Feuchtigkeit auf und lädt sie an den Bergen der Japanmeerseite als feinen, wasserarmen Schnee wieder ab. In dieser Kernphase liegen die Temperaturen vielerorts dauerhaft unter −5 °C – genau das hält den Schnee pulvrig statt pappig.

Holzschild des Skigebiets Niseko Hirafu im Schnee, dahinter der markante Vulkankegel des Berges Yōtei und die Piste bei blauem Himmel auf Hokkaidō
Das Skigebiet Niseko Hirafu auf Hokkaidō mit dem markanten Vulkan Yōtei – weltberühmt für seinen leichten Pulverschnee („Japow“).

Drei Gebiete stehen stellvertretend für den japanischen Winter, jedes mit eigenem Charakter. Niseko auf Hokkaidō ist der internationale Klassiker mit rund 14–15 m Schneefall pro Winter, zugleich aber das teuerste und vollste Ziel – abends hören Sie dort oft mehr Englisch als Japanisch. Hakuba Happō-One und Nozawa Onsen in den Nagano-Alpen sind spürbar japanischer geprägt; Nozawa ist obendrein ein traditionsreiches Onsen-Dorf, in dem Skifahren und heiße Quellen direkt zusammenfallen.

GebietRegionSaison 2026/27 (Richtwert)SchneeCharakter
NisekoHokkaidōStart 28.11.2026; Peak 24.12.2026–28.2.2027 (offiziell)~14–15 m/WinterTrockener „Japow“, internationales Publikum, Nachtskilauf – teuer und voll
Hakuba Happō-OneNagano (Alpen)ca. 1.12.2026 – Anfang Mai (Richtwert Vorsaison)Reichlich; Bestwerte Jan/FebOlympia-Gebiet 1998, anspruchsvolle Hänge, Alpenpanorama
Nozawa OnsenNaganoEröffnung Ende November (Richtwert Vorsaison)Reichlich; Bestwerte Jan/FebTraditionelles Onsen-Dorf, Ski und heiße Quellen vereint

Die Saisontermine für Niseko 2026/27 sind bereits offiziell veröffentlicht; für Hakuba und Nozawa lagen die exakten Daten bei Redaktionsschluss noch nicht vor, weshalb wir den bewährten Rahmen der Vorsaison als Richtwert angeben. Wichtig zu wissen: Die Lifte laufen vielerorts bis in den Frühling, doch der beste Pulverschnee bleibt Januar und Februar vorbehalten. Wer es etwas ruhiger mag, für den ist der März eine oft noch schneesichere, deutlich entspanntere Alternative.

Vor Ort clever: Takkyūbin für Ski und Gepäck

Ein Hebel, den viele Reisende nicht kennen: Mit Takkyūbin, Japans zuverlässigem Kurierdienst, lassen sich Skiausrüstung und Koffer bequem von Stadt zu Stadt vorausschicken – etwa vom Hotel in Tokyo direkt in die Unterkunft in Niseko. So sitzen Sie im Shinkansen ohne schweres Gepäck und starten am Berg sofort durch. Den Versand organisieren wir für Sie und stimmen Termine und Adressen ab.

Für uns ist Schnee selten der ganze Grund einer Reise, sondern ein Baustein. Statt einer starren Ski-Pauschale oder einer Gruppentour verbinden wir ein paar Tage Stadt und Kultur – etwa Tokyo oder Kyoto – mit einem Schneeerlebnis im Norden und ruhigen Abenden im heißen Bad. Wie sich das zu einer stimmigen Route fügt, zeigen wir in unserem Leitfaden zu individuellen Japanreisen 2026; wer die Onsen nach dem Skitag genießen möchte, findet im Ryokan-Guide die passende Unterkunft.

Quellen: Niseko United – offizielle Liftpass-Seite, Saison 2026/27 (abgerufen Juli 2026), Japan Activity – Niseko Snow Season Guide (Japow/„Japanuary“), Japan Ski Experience – Opening Dates 2025/26 (Hakuba, Nozawa als Richtwert)

Onsen im Schnee: Rotenburo & Yukimi-buro

Das dampfende Außenbad bei fallendem Schnee – auf Japanisch Yukimi-buro, das „Schneebetrachtungs-Bad“ – ist für uns der sinnliche Höhepunkt des japanischen Winters. Draußen liegt Neuschnee, um Sie steigt der Dampf auf, und das Rotenburo (Außenbad) hält Sie im heißen Thermalwasser mühelos warm, während nur Kopf und Schultern die eisige Luft spüren. Es ist dieselbe Kälte, die Sie abends ins heiße Wasser lockt und die tagsüber die berühmten Schneeaffen von Jigokudani in ihre heiße Quelle treibt – am verlässlichsten dann, wenn das Thermometer regelmäßig unter −5 °C fällt (Richtwert Januar/Februar 2026/27).

Offen gesagt hat das gemeinsame Baden zwei Hürden, die Sie vorab kennen sollten. Erstens die Tätowierungsregeln: Viele öffentliche Onsen und Ryokan lehnen sichtbare Tattoos nach wie vor ab. Kleine Motive lassen sich häufig mit einem Pflaster abdecken; ansonsten weichen Sie auf ein privat buchbares Bad aus. Genau dafür gibt es das Kashikiri-buro – ein Bad, das Sie für etwa 45 bis 60 Minuten exklusiv für sich, als Paar oder als Familie reservieren, tätowierungsfreundlich und ganz ohne fremde Blicke. Welche Häuser das anbieten und worauf es bei der Buchung ankommt, haben wir im Ryokan-Guide zusammengetragen.

Gesundheit: der Sprung von kalt zu heiß

Der schnelle Wechsel von eisiger Luft in über 40 °C heißes Wasser belastet den Kreislauf – in Japan spricht man vom „Hitzeschock“. Am stärksten betrifft das ältere Gäste und Menschen mit Herz-Kreislauf-Beschwerden. Steigen Sie langsam ins Wasser, bleiben Sie höchstens 10 bis 15 Minuten, trinken Sie davor und danach etwas, und meiden Sie das Bad direkt nach Alkohol. Mit dieser Umsicht ist das Winterbad für die allermeisten ein reines Vergnügen.

Seinen vollen Reiz entfaltet das Winterbad im Ryokan erst im Zusammenspiel mit dem Essen. Nach dem Bad wartet ein Winter-Kaiseki, und der Winter ist die Saison der Krabbe (Kani) – als König der Wintermeeresfrüchte vor allem von der Hokkaidō- sowie der San'in- und Hokuriku-Küste am Japanischen Meer, roh als Sashimi, gekocht oder im Topf. Dazu der Nabe, der wärmende Eintopf, der am Tisch gegart und geteilt wird. Genau diese Verbindung aus heißem Wasser, Schnee vor dem Fenster und regionaler Winterküche ist der Grund, warum wir für eine individuelle Winterreise fast immer mindestens eine Ryokan-Nacht mit Onsen einplanen – nicht als Abhaken einer Sehenswürdigkeit, sondern als den ruhigen, wärmenden Mittelpunkt Ihrer Reise.

Quellen: Japan Web Magazine – Jigokudani Snow Monkey Park (Onsen-Kontext), Coto Academy – Must-Try Winter Foods (Kani/Krabbe), Japan Rail Club – 8 Winter Foods (Nabe)

Winterilluminationen & Sapporo Schneefestival (Yuki Matsuri)

Wenn Sie die berühmten Winterlichter und Schneeskulpturen erleben möchten, hilft ein einfacher Rhythmus bei der Planung: Dezember und Januar sind die Zeit der Illuminationen, der Februar ist der Höhepunkt der großen Schneefeste. Winterbeleuchtungen wie die Sapporo White Illumination, das Blumenparadies Nabana no Sato bei Nagoya oder die Kobe Luminarie tauchen die Städte schon ab Ende November in Licht, während die spektakulären Schneeskulpturen erst im Hochwinter entstehen. Wer beides sehen will, kombiniert am besten eine Dezemberreise für die Lichter mit einem zweiten Winterfenster im Februar – oder legt die ganze Reise gleich in den Februar.

Beleuchtete Eisskulpturen beim Sapporo Schneefestival im Odori-Park bei Nacht, im Hintergrund der blau angestrahlte Sapporo-Fernsehturm
Eisskulpturen und Winterbeleuchtung beim Sapporo Yuki Matsuri im Odori-Park. Foto: Materialscientist / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Die Sapporo White Illumination leuchtet als Richtwert 2026/27 von etwa 20./21. November 2026 bis 14. März 2027, bei freiem Eintritt. Für die Planung wichtig: Der stimmungsvolle Teil im Odori-Park läuft meist nur bis Ende Dezember, während die Straßenabschnitte an der Minami-Ichijo-dori bis Mitte März, an der Ekimae-dori beim Bahnhof nur bis Mitte Februar beleuchtet bleiben. Wenn Sie die Lichter im Park sehen möchten, sollten Sie also eher im Dezember anreisen – im Februar sind die Skulpturen der große Anziehungspunkt, der Odori-Park-Teil der Illumination ist dann schon vorbei.

Der eigentliche Star des japanischen Winters ist das Sapporo Schneefestival (Yuki Matsuri). Die 77. Ausgabe ist auf der offiziellen Seite bereits als geplant (開催予定, kaisai yotei) angekündigt; als Richtwert 2026/27 gilt voraussichtlich Donnerstag, 4. bis Donnerstag, 11. Februar 2027. Hauptschauplatz ist der Odori-Park, der sich über rund 1,5 km erstreckt und Schneeskulpturen von über 15 m Höhe zeigt; dazu kommen die Standorte Susukino mit filigranen Eisskulpturen und Tsudome als Familienbereich. Das ist mit über zwei Millionen Besuchern pro Jahr alles andere als ein Geheimtipp: Unterkünfte in Sapporo sind zu dieser Zeit früh ausgebucht und deutlich teurer. Bei einer individuellen Reiseplanung reservieren wir daher rechtzeitig und legen Ihre Besuche bewusst in die ruhigeren Vormittags- oder späten Abendstunden.

Ruhiger und für viele unserer Gäste der eigentliche Favorit ist der Otaru Snow Light Path (Yuki Akari no Michi) in der Hafenstadt Otaru, rund 40 Minuten von Sapporo. Etwa acht Tage lang – als kursierender Richtwert 5. bis 12. Februar 2027, offiziell noch unbestätigt – säumen unzählige Kerzenlaternen den historischen Kanal und die frühere Temiya-Bahnlinie; die Beleuchtung beginnt gegen 17:00 Uhr, die Kerzen erlöschen zwischen 20:30 und 21:00 Uhr. Da Otaru zeitgleich mit dem Schneefestival stattfindet, lassen sich beide gut verbinden. Abseits von Hokkaidō lohnen zudem die beleuchteten Zaō-Juhyō („Snow Monsters“) in der Präfektur Yamagata – von Schnee und Eis überkrustete Tannen, die abends angestrahlt werden – sowie das Yokote Kamakura-Fest in Akita, bei dem Mitte Februar hunderte kleine Schneehütten (Kamakura) mit Kerzen erleuchtet werden. Diese Schauplätze bauen wir gerne in eine individuelle Winter-Rundreise durch den Norden ein.

EreignisOrtZeitraum (Richtwert 2026/27)Hinweis
Sapporo White IlluminationSapporo (Odori-Park, Ekimae-dori)ca. 20.11.2026 – 14.3.2027Odori-Teil meist nur bis Ende Dezember; Eintritt frei
Sapporo Yuki MatsuriOdori-Park, Susukino, Tsudomevsl. 4. – 11. Februar 2027offiziell als „geplant“ ausgewiesen; über 2 Mio. Besucher
Otaru Snow Light PathOtaru (Kanal, Temiya-Linie)vsl. ~5. – 12. Februar 2027offiziell unbestätigt; Kerzen ab 17:00 bis ca. 21:00 Uhr
Zaō-Juhyō („Snow Monsters“)Zaō, Präfektur YamagataHochwinter, Abendbeleuchtungwetterabhängig; per Seilbahn erreichbar
Yokote Kamakura-FestYokote, Präfektur AkitaMitte Februarbeleuchtete Schneehütten (Kamakura)

Unser Planungshinweis

Die genannten Februar-Termine 2027 sind noch Richtwerte – Sapporo ist offiziell erst als „geplant“ bestätigt, Otaru offiziell unbestätigt. Wir buchen Unterkünfte in Sapporo und Otaru daher früh und passen den genauen Reiseverlauf an, sobald die Veranstalter die Daten endgültig veröffentlichen.

Quellen: Offizielle Website Sapporo Snow Festival, snowfes.com (abgerufen Juli 2026), Welcome to Sapporo – White Illumination, Stadtportal (abgerufen Juli 2026), Japan National Tourism Organization – Otaru Snow Light Path (abgerufen Juli 2026)

Japans stille Jahreszeit – individuell für Sie geplant

Ob Onsen im Schnee, ein einziger Skitag oder verschneite Tempel abseits der Menge – wir stellen Ihre Route individuell zusammen, ohne Gruppe und ohne Verkaufsdruck. Erzählen Sie uns, wovon Sie träumen.

Unverbindlich anfragen

Silvester & Neujahr (Ōshōgatsu): gut geplant

Wenn Sie über den Jahreswechsel in Japan sind, planen Sie die Tage vom 29. Dezember bis 3. Januar bewusst ein: In dieser Zeit schließen viele kleine Läden, Restaurants, Banken samt Geldautomaten und Museen – am 1. Januar ist am meisten geschlossen. Verlässlich geöffnet bleiben dagegen Konbini (rund um die Uhr, mit funktionierenden Auslands-Geldautomaten), größere Ketten, Hotels und Bahnhöfe. Unser ehrlicher Rat: Legen Sie den aktiven Teil Ihrer Reise so, dass Sie erst ab dem 4. oder 5. Januar richtig in Fahrt kommen – dann öffnet fast alles wieder, und die Preise fallen spürbar in die Nebensaison zurück.

Hinzu kommt die Kisei, die große Reisewelle, wenn Millionen Japaner über die Feiertage in ihre Heimatorte fahren. Der Shinkansen ist dann früh ausgebucht, eine Sitzplatzreservierung ist praktisch Pflicht (auf die reservierungsfreien Wagen sollten Sie sich an diesen Tagen nicht verlassen), und gute Ryokan verlangen ihre höchsten Preise des Jahres. Wenn Sie flexibel sind, meiden Sie lange Bahnfahrten rund um den 30./31. Dezember und den 2./3. Januar und buchen Sitzplätze wie Neujahrs-Unterkünfte früh.

Statt sich über verschlossene Türen zu ärgern, lohnt es sich, Shōgatsu als das zu erleben, was es ist: Japans wichtigstes Familienfest. Am Silvesterabend isst man Toshikoshi-Soba, die „Jahreswechsel-Nudeln“, deren Länge ein langes Leben symbolisiert. Zum Neujahrsmorgen kommt Osechi ryōri auf den Tisch – symbolische Gerichte in gestapelten Lackboxen (jūbako), etwa Kuromame (schwarze Sojabohnen für Fleiß) oder Kazunoko (Heringsrogen für zahlreiche Nachkommen) – dazu Ozōni, eine Mochi-Suppe (in der Kantō-Region eckiges Mochi in klarer Sojabrühe, in Kansai rundes Mochi in weißem Miso). Diese festliche Küche bekommen Sie in normalen Restaurants kaum zu sehen; am ehesten erleben Sie sie in einem Ryokan oder bei einem privat arrangierten Essen – mehr dazu in unserer kulinarischen Reise durch Japan.

Die sichtbarste Tradition ist Hatsumōde, der erste Schrein- oder Tempelbesuch des Jahres, vor allem an den san-ga-nichi genannten ersten drei Januartagen. Der Meiji-Schrein in Tokyo zieht dabei über 3 Millionen Menschen an; rechnen Sie am 1. Januar mit 1 bis 3 Stunden Anstehen, am 2./3. Januar eher mit 30 bis 60 Minuten (viele Bahnlinien fahren in der Silvesternacht durch). An den Ständen wärmt heißer Amazake, ein süßes, warmes Reisgetränk (in zwei Varianten – mit und ohne Alkohol; siehe unten). Ab dem 2. Januar öffnen auch die Kaufhäuser wieder – mit Hatsuuri, den ersten Verkäufen des Jahres, und den beliebten Fukubukuro, Glückstüten mit Überraschungsinhalt zum Festpreis.

Bleibt geöffnetMeist geschlossen (ca. 29.12.–3.1.)
Konbini – rund um die Uhr, mit Auslands-GeldautomatenKleine, inhabergeführte Läden und Restaurants
Hotels und größere Ketten(-Restaurants)Viele Banken und Bankautomaten
Bahnhöfe und Nahverkehr (Kisei = voll, früh reservieren)Zahlreiche Museen, vor allem am 1. Januar
Schreine und Tempel (Hatsumōde, oft rund um die Uhr)Kaufhäuser am 1. Januar
Kaufhäuser ab 2. Januar (Hatsuuri, Fukubukuro)Ämter, Arztpraxen, viele kleine Cafés

Unser Rat für die Feiertage

Ziehen Sie sich am 30./31. Dezember rechtzeitig Bargeld am Konbini-Geldautomaten, denn viele Bankautomaten pausieren über Neujahr. Verbringen Sie den Jahreswechsel entspannt an einem festen Ort – idealerweise in einem Ryokan mit Onsen – und starten Sie die eigentliche Rundreise ab dem 4./5. Januar, wenn Läden wieder öffnen und die Nebensaison-Preise zurückkehren (Richtwert 2026/27).

Quellen: japan-guide.com – Visiting Japan during New Year, Nippon.com – Shōgatsu: Japanese New Year, Agate Travel – Cheapest Month to Visit Japan

Winterküche: Nabe, Kani und heißer Sake

Der japanische Winter ist vor allem die Jahreszeit der wärmenden Wohlfühlküche – und aus unserer Sicht einer der schönsten Gründe, gerade jetzt zu reisen. Wenn es draußen friert, rückt in Japan der dampfende Topf in die Mitte des Tisches: Nabe (鍋), ein Eintopf, den alle gemeinsam am Tisch garen und teilen. Es ist ein geselliges Essen, das die kurzen, kalten Tage angenehm auffängt und das Sie in dieser Form im Sommer kaum finden.

Dampfende Oden-Theke mit Eiern, Daikon-Rettich, Chikuwa-Fischküchlein und Tofu, die in heißer Dashi-Brühe köcheln
Oden – in Dashi-Brühe geschmorte Zutaten wie Ei, Daikon und Fischküchlein – ist Japans wärmendes Winter-Streetfood.

Hinter dem Wort Nabe steckt eine ganze Familie von Gerichten. Beim Sukiyaki wird dünn geschnittenes Rindfleisch mit Gemüse in süßlich-herzhafter Sojasauce geschmort und in rohem Ei geschwenkt; beim Shabu-Shabu zieht man das Fleisch nur kurz durch siedende Brühe. Oden – Rettich (Daikon), Ei, Fischküchlein und Konjak, langsam in leichter Sojabrühe geschmort – ist die günstige, allgegenwärtige Variante, die Sie sogar im Konbini am Tresen bekommen. In Hokkaidō probieren Sie Ishikari-nabe mit Lachs und Miso, und wer den Sumo-Sport mag, kennt Chanko-nabe, das kräftige Ringer-Gericht. So verschieden die Rezepte sind – das Prinzip bleibt gleich: gemeinsam kochen, gemeinsam essen.

Der Winter ist außerdem Hochsaison für Meeresfrüchte. Krabbe (Kani) gilt als König der kalten Monate: Die beste Qualität kommt aus Hokkaidō sowie von der San'in- und Hokuriku-Küste am Japanischen Meer, wo Matsuba- und Zuwai-gani als Sashimi, gekocht oder im Nabe auf den Tisch kommen. Eine Delikatesse mit Respektabstand ist der Kugelfisch Fugu, den nur eigens lizenzierte Köche zubereiten dürfen – mager, fein-umami und im Winter in seiner Hauptsaison. Und wer nach Hokkaidō reist, sollte in Sapporo den kräftigen Miso-Ramen und die wärmende Soup Curry nicht auslassen; beide sind dort im Schnee entstanden.

Zum Aufwärmen gehören schließlich die Getränke. Atsukan, warm servierter Sake, passt hervorragend zu einem winterlichen Izakaya-Abend, während Amazake – ein süßes, warmes Getränk aus fermentiertem Reis – heiß an vielen Neujahrsschreinen ausgeschenkt wird. Von Amazake gibt es zwei Varianten: die aus Reis-Kōji ist alkoholfrei und auch für Kinder geeignet, die aus Sake-Trester (Sakekasu) enthält dagegen geringe Mengen Alkohol (meist unter 1 %) – wer sichergehen will, fragt am Stand kurz nach der Kōji-Variante. An Straßenständen duftet es nach Yaki-imo, ofenwarmer Süßkartoffel. Wie tief die japanische Esskultur reicht, zeigt unsere kulinarische Reise durch Japan; wer es lieber ohne Alkohol mag, findet in Matcha & Tee die warme, zeremonielle Seite des japanischen Winters.

Unser Tipp vor Ort

Nabe schmeckt am besten in kleiner Runde – viele Lokale bedienen erst ab zwei Personen. Reisen Sie zu zweit oder in kleiner Gruppe, reservieren wir Ihnen gern einen Tisch mit eigenem Tischkocher. Für Fugu oder eine gute Krabben-Adresse lohnt die Reservierung ohnehin, gerade in der Hochsaison zwischen Dezember und Februar.

Quellen: Japan Rail Club – 8 Winter Foods to Enjoy in Japan, Coto Academy – Must-Try Winter Foods in Japan

Dezember, Januar oder Februar – der Monatsvergleich

Kurz gesagt: Alle drei Wintermonate lohnen sich – nur für unterschiedliche Reisende. Dezember bietet Illuminationen, die klarste Sicht auf den Fuji und die mildeste Kälte, hat aber zum Monatsende die Neujahrslogistik am Hals. Januar liefert den zuverlässigsten Schnee und – nach den Feiertagen – die ruhigsten Orte zu den günstigsten Preisen. Februar ist der Höhepunkt für Ski und Schneefeste und bringt im milden Süden bereits die ersten Blüten. Welcher Monat zu Ihnen passt, hängt also weniger vom Kalender ab als davon, was Sie im Winter suchen.

Dezember – Lichter und klare Fuji-Blicke. Die Pazifikseite mit Tokyo und Kyoto bleibt trocken und oft sonnig, die Tage sind allerdings kurz (Sonnenuntergang bereits gegen 17 Uhr, Richtwert 2026/27). Genau diese trockene Winterluft schenkt Ihnen die zuverlässigste Fuji-Sicht des Jahres: Dezember und Januar bringen an rund 20 bis 25 Tagen freien Blick auf den Berg. Dazu leuchten in vielen Städten Winterilluminationen. Der Haken dabei: Ab etwa dem 29. Dezember beginnt die Neujahrspause, in der viele kleine Läden, Restaurants und Museen bis zum 3. Januar schließen – wer Ende Dezember reist, sollte das fest einplanen.

Januar – zuverlässiger Schnee, ruhige Preise. Wenn Sie echten Winter wollen, ist der Januar die sicherste Wahl: In Hokkaidō und den Nordalpen liegt verlässlich Schnee, und die Zeit von Mitte Januar bis Mitte Februar – von Skifahrern „Japanuary“ genannt – gilt als beste Phase für trockenen Pulverschnee bei Temperaturen dauerhaft unter −5 °C. Nach den Neujahrsferien, also etwa ab dem 5. Januar, fallen Flug- und Hotelpreise abseits der Skigebiete spürbar, und beliebte Orte werden deutlich ruhiger (Richtwert 2026/27). Was das konkret für Ihr Budget bedeutet, ordnen wir in unserem Überblick zu den Reisekosten ein.

Februar – Schneefeste und die ersten Blüten. Der Februar ist der Kältehöhepunkt und damit die Hochzeit für Ski und Schneefeste – allen voran das Sapporo Yuki Matsuri, das 2027 voraussichtlich Anfang Februar stattfindet (Richtwert: 4.–11. Februar, offiziell als „geplant“ ausgewiesen). Gleichzeitig zeigt der milde Süden bereits die ersten Vorfrühlingszeichen: die Pflaumenblüte (Ume) und die frühe Kawazu-Kirschblüte auf der Izu-Halbinsel. Wer tiefen Schnee im Norden und erste Blüten im Süden in einer Reise verbinden möchte, findet im Februar das größte Spektrum – zur Kirschblüte selbst lesen Sie mehr in unserem Sakura-Guide.

MonatWetter (Richtwert)HighlightsFür wen ideal
DezemberPazifikseite trocken, sonnig, kühl; kürzeste Tage (Sonnenuntergang ~17 Uhr)Winterilluminationen, klarste Fuji-Sicht, milder WintereinstiegErstbesucher, Paare, Fotografen – wer Licht und klare Sicht der tiefen Kälte vorzieht
JanuarZuverlässiger Schnee im Norden und in den Alpen, Dauerfrost in Hokkaidō; Pazifikseite klarBester Pulverschnee („Japanuary“), ruhige Neujahrstradition, günstige Preise ab dem 5.1.Skifahrer, Onsen-Fans, preisbewusste Reisende – wer echten Winter und Ruhe sucht
FebruarKältehöhepunkt und beste Schneemengen; im Süden erste VorfrühlingszeichenSchneefeste (Sapporo Anfang Februar), Skisaison-Peak, erste Pflaumen- und Kawazu-FrühkirschblüteSki- und Festival-Reisende, Naturfans – wer Schnee und erste Blüten verbinden will

Quellen: Japan Highlights – Mt. Fuji Visibility by Month, Sapporo Snow Festival – offizielle Website (Saison 2026/27), Agate Travel – Cheapest Month to Visit Japan

Packliste, Transport & Ihre Winterreise nach Maß

Was Sie einpacken und wie Sie reisen, hängt im japanischen Winter fast vollständig von der Region ab – nicht vom Kalenderdatum. Für eine reine Städtereise nach Tokyo, Kyoto oder ins milde Kyūshū brauchen Sie keine Extremausrüstung; das Zwiebelprinzip aus mehreren dünnen Schichten, die man je nach Innentemperatur an- und ablegt, reicht dort völlig aus. Bewährt haben sich zusätzlich dünne Funktions- oder Heat-Tech-Unterwäsche (in Japan an jeder Ecke erhältlich) und Kairo – kleine, selbstwärmende Wärmepflaster, die es in jedem Konbini und Drogeriemarkt gibt und die Sie in Jacken- oder Hosentaschen stecken.

  • Hokkaidō und die Schneeregionen: Hier herrscht Dauerfrost (Sapporo im Januar im Mittel bei −3,2 °C, JMA-Normalwert). Wichtig sind vor allem rutschfeste, wasserfeste Winterschuhe für vereiste Gehwege, dazu warme Mütze, Handschuhe und eine echte Winterjacke.
  • Tokyo, Kyoto und die Pazifikseite: Draußen kühl, aber meist trocken und sonnig (Tokyo im Januar tagsüber um 9,8 °C, JMA); Geschäfte, Bahnen und Restaurants sind dagegen oft kräftig überheizt. Genau hier zahlt sich das schnell ablegbare Zwiebelprinzip aus.
  • Kyūshū und der Süden: Deutlich milder – für eine Städtereise genügt kräftigere Herbstkleidung mit einer warmen Schicht. Winterstiefel und Daunenjacke können Sie getrost zu Hause lassen.
  • Hinweis zu Innenräumen: Viele Ryokan, alte Tempel und traditionelle Häuser sind nur schwach beheizt; gewärmt wird oft punktuell mit dem Kotatsu, einem beheizten Tisch mit Decke. Warme Socken und eine dicke Schlafschicht sind dort angenehmer, als man es von deutschen Zentralheizungen gewohnt ist.

Beim Transport lautet unsere klare Empfehlung: Setzen Sie im Winter auf die Bahn, nicht auf den Mietwagen. Sehr praktisch ist der Takkyūbin-Gepäckvorausversand – Sie schicken Ihren Koffer über Nacht vom Hotel zum nächsten Quartier und reisen mit leichtem Handgepäck durch enge, verschneite Bahnhöfe und Umsteigewege. Von einem Mietwagen im Hokkaidō-Winter raten wir dagegen in aller Regel ab: Schneeverwehungen, spiegelglatte Straßen und Whiteout-Bedingungen machen das Fahren dort selbst für Geübte anspruchsvoll; Züge und organisierte Transfers sind die sicherere Wahl.

Zwei Dinge sollten Sie zeitlich fest einplanen. In der Neujahrswoche (etwa 29. Dezember bis 3. Januar) sind Shinkansen und beliebte Verbindungen früh ausgebucht – reservierte Sitzplätze sind dann Pflicht, nicht Kür. Und wer nach Hokkaidō fliegt, sollte wissen, dass Schneestürme am Flughafen New Chitose (Sapporo) immer wieder zu Verspätungen und Annullierungen führen. Legen Sie den Abflug daher nicht auf den letzten Tag vor Ihrem Heimflug und rechnen Sie bei Anschlüssen Puffer ein.

Genau an diesen Stellen setzt unsere Arbeit an. Als in Japan lebender, deutschsprachiger Veranstalter verbinden wir Schnee, Kultur und Onsen zu einer Reise nach Ihrem Maß – statt zu einer Ski-Pauschale oder Gruppentour. Wir stimmen Regionen, Innentemperaturen, Neujahrsschließungen und Anschlüsse so aufeinander ab, dass Sie den echten Winter Japans erleben, ohne an seinen Tücken hängenzubleiben. Für einen tragfähigen Winterplan – gerade mit gefragten Ryokan, Skiunterkünften und Zugplätzen über Neujahr – empfehlen wir sechs bis neun Monate Vorlauf. Wie wir eine solche Reise grundsätzlich aufbauen, lesen Sie unter Individualreisen; wer mit der Familie im Schnee unterwegs sein möchte, findet praktische Hinweise unter Japan mit Kindern.

Quellen: Japan Meteorological Agency – Climatological Normals (1991–2020), japan-guide.com – Visiting Japan during New Year

Häufige Fragen zu einer Winterreise in Japan

Ist der Winter eine gute Reisezeit für Japan?

Ja – abseits der Neujahrswoche gehört der Winter zu den ruhigsten und oft günstigsten Reisezeiten des Jahres. Auf der Pazifikseite (Tokyo, Kyoto) ist es meist trocken und sonnig, mit klarer Luft und der zuverlässigsten Fuji-Sicht des Jahres. Sie müssen mit Kälte und kurzen Tagen rechnen – in Tokyo geht die Sonne schon gegen 17 Uhr unter. Die Ausnahme sind Hokkaidō und die Skigebiete, wo der Winter Hochsaison ist und die Preise entsprechend steigen.

Wie kalt ist es in Japan im Winter (Tokio, Kyoto, Hokkaidō)?

Im Januar liegt das Tagesmittel in Tokyo bei rund 5 °C mit Höchstwerten um 10 °C und Tiefstwerten nahe dem Gefrierpunkt; Kyoto ist mit etwa 5 °C ähnlich, wird im Talkessel nachts aber spürbar kälter. Sapporo auf Hokkaidō dagegen bleibt mit einem Tagesmittel von −3 °C und Höchstwerten um den Gefrierpunkt im Dauerfrost und ist deutlich schneereicher. Kurz gesagt: Tokyo und Kyoto sind winterlich, aber gut auszuhalten, während Hokkaidō echter, schneereicher Winter ist (JMA-Normalwerte 1991–2020).

Wann ist das Sapporo Schneefestival 2027 und lohnt sich der Besuch?

Das 77. Sapporo Yuki Matsuri ist offiziell für Anfang Februar 2027 geplant – voraussichtlich Donnerstag, 4. bis Donnerstag, 11. Februar 2027 (auf snowfes.com als „geplant“ ausgewiesen). Hauptschauplatz ist der 1,5 km lange Odori-Park mit Schnee- und Eisskulpturen von teils über 15 m Höhe, dazu die Standorte Susukino und Tsudome. Mit über zwei Millionen Besuchern jährlich ist es ein Höhepunkt – buchen Sie Unterkünfte aber früh, denn Sapporo ist in dieser Woche ausgebucht und teuer. Ein schöner Zusatz: Zeitgleich findet in Otaru der Snow Light Path mit Kerzenlaternen am Kanal statt, den Sie gut kombinieren können.

Wo und wann kann man die Schneeaffen im Onsen beobachten – baden sie garantiert?

Die badenden Schneeaffen sehen Sie im Jigokudani Yaen-kōen bei Nagano, am verlässlichsten im Hochwinter (Januar und Februar), wenn es regelmäßig unter −5 °C fällt. Garantiert ist das Bad allerdings nie: Es sind wildlebende Japanmakaken, die an milden Tagen kaum ins heiße Wasser gehen – prüfen Sie vor der Anreise die Live-Webcam des Parks. Rechnen Sie mit einem 30- bis 40-minütigen Fußmarsch über einen unbefestigten, im Winter oft vereisten Waldweg; feste Winterschuhe sind nötig, und der Weg ist nicht barrierefrei. Der Eintritt beträgt 800 Yen für Erwachsene und 400 Yen für Kinder von 6 bis 17 Jahren.

Sollte man über Weihnachten und Neujahr nach Japan reisen und was hat dann geschlossen?

Weihnachten ist in Japan kein Feiertag, sondern eine fröhliche Zeit mit Illuminationen – hier bleibt fast alles geöffnet. Das eigentliche Fest ist Neujahr (Shōgatsu): Von etwa 29. Dezember bis 3. Januar schließen viele kleine Läden, Restaurants, Banken und Museen, am 1. Januar am meisten. Geöffnet bleiben Konbini (rund um die Uhr, mit funktionierenden Auslands-Geldautomaten), Ketten, Hotels und Bahnhöfe; Kaufhäuser starten ab dem 2. Januar mit „Hatsuuri“-Verkäufen und Fukubukuro-Glückstüten. Der Besuch lohnt sich für das einmalige Erlebnis des Hatsumōde (erster Schreinbesuch) – planen Sie die Schließtage aber fest mit ein, statt sich auf spontane Restaurantbesuche zu verlassen.

Kann man im Winter den Berg Fuji sehen und wo am besten?

Ja – der Winter bietet sogar die zuverlässigste Fuji-Sicht des ganzen Jahres. Besonders Dezember und Januar liefern durch die trockenen Nordwestwinde an rund 20 bis 25 Tagen freien Blick (nahe 100 % Sichtwahrscheinlichkeit), während der Berg im Sommer oft im Dunst verschwindet. Gute Aussichtspunkte liegen auf der Pazifikseite, etwa in der Region der Fuji-Fünf-Seen (Fujigoko), in Hakone oder – an klaren Tagen – vom Tōkaidō-Shinkansen und aus Tokyo. Der schneebedeckte Gipfel vor tiefblauem Himmel ist einer der schönsten Winter-Momente einer Japanreise.

Ihre Winterreise durch Japan, ganz nach Ihrem Tempo

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Über den Autor

Kentaro Asakura, Gründer von Japan Privat

Kentaro Asakura

Gründer von Japan Privat · Japan-Kenner, der Sie auf Deutsch begleitet

Kentaro Asakura ist in Japan geboren und aufgewachsen. In seinen Jahren in München lernte er fließend Deutsch sprechen und begegnete dort seiner späteren Frau, einer Deutschen – gemeinsam kehrten sie nach Japan zurück. Mit Japan Privat plant er seit über zehn Jahren individuelle Reisen für Gäste aus dem deutschsprachigen Raum – auf Deutsch, mit dem Blick eines Einheimischen und einem Gespür dafür, was Reisende aus dem deutschsprachigen Raum erwarten.