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Hortensien-Tempel in Japan im Juni – Reisende mit bunten Schirmen zwischen blühenden Ajisai-Sträuchern in Hondo-ji, Chiba
Saison · Planung

Regenzeit & Taifun-Saison in Japan 2026 – Wann reisen, wann meiden?

21. Oktober 202616 Min. Lesezeit
Inhaltsverzeichnis

Wenn deutsche Gäste uns nach der Reisezeit fragen, kommt oft eine vorsichtige Bemerkung dazu: „Im Juni wollen wir lieber nicht – wegen der Regenzeit.“ Es ist verständlich. Der Begriff klingt nach grauen Tagen, Schwüle und ruinierten Plänen. In Wahrheit ist Tsuyu – die japanische Regenzeit – eine der unterschätztesten Reisezeiten überhaupt. Und auch die Taifun-Saison im Spätsommer ist deutlich weniger furchteinflößend, als ihr Ruf vermuten lässt. In diesem Artikel erklären wir Ihnen ehrlich, was Sie erwartet, welche Regionen besonders betroffen sind, wann sich eine Reise im Juni geradezu lohnt – und wann wir Ihnen abraten würden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Regenzeit (Tsuyu): in Okinawa von Anfang Mai bis Mitte/Ende Juni, auf dem Festland meist von Anfang Juni bis Mitte Juli, in Tōhoku von Mitte Juni bis Ende Juli. Hokkaidō hat praktisch keine Regenzeit.
  • Regnet es jeden Tag? Nein. Im Schnitt regnet es an etwa der Hälfte der Tage, oft nur stundenweise – dazwischen bleibt es oft bewölkt und schwül, mit einzelnen trockenen und sonnigen Phasen.
  • Taifun-Saison: Juni bis Oktober mit Schwerpunkt im August und September; bis zu fünf Tage Vorwarnzeit machen kurzfristige Planänderungen möglich.
  • Lohnt sich der Juni? Für Hortensien, ruhigere Tempel und niedrigere Preise: ja – mit der richtigen Ausrüstung und realistischen Erwartungen.

Sie planen eine individuelle Japanreise? Dieser Beitrag ist Teil unseres großen Überblicks. Den kompletten Guide – mit Reisezeit, Routen, Kosten und Planung – finden Sie hier: Japan Individualreisen 2026 – der komplette Guide.

Was ist Tsuyu – die Regenzeit?

Tsuyu (梅雨, wörtlich „Pflaumenregen“) ist die jährliche Regenphase, die durch das Aufeinandertreffen warmer pazifischer und kühlerer kontinentaler Luftmassen über Japan entsteht. Sie dauert pro Region etwa vier bis sechs Wochen und ist seit über tausend Jahren ein fester Bestandteil des japanischen Kalenders – Pflaumen werden während dieser Zeit reif, Reisfelder geflutet, die Hortensien (Ajisai) zeigen sich in voller Pracht.

Ein verbreitetes Missverständnis: Tsuyu bedeutet nicht durchgängigen Dauerregen. Die Wirklichkeit ist viel uneinheitlicher:

  • Etwa die Hälfte aller Tage ist regenfrei oder hat nur kurze Schauer am Abend.
  • Heftige Stundenregen wechseln sich mit trockenen, teils sonnigen Phasen ab – sogar an einem Tag.
  • Die Luftfeuchtigkeit liegt häufig bei 75–90 % – gefühlt schwüler als die reinen Temperaturen vermuten lassen.
  • Temperaturen bewegen sich tagsüber meist zwischen 22 und 28 °C – angenehmer als der Hochsommer ab Ende Juli.

Es ist also weniger ein „Wetter“ als eine Atmosphäre: die Bäume tiefgrün, die Steinlaternen feucht glänzend, die Gärten in einem ruhigeren Licht. Für viele Stammgäste – auch für uns – ist es die ästhetisch dichteste Zeit des Jahres in Japan.

Die Japanische Wetterbehörde (JMA) definiert Tsuyu als das Phänomen vermehrter Regen- und Wolkentage vom Spätfrühling bis in den Sommer – beziehungsweise als diesen Zeitraum selbst. In dieser Phase liegt eine ost-west-gerichtete, ortsfeste Regenfront (die Baiu-zensen) über Japan; die Regenzeit beginnt im Mai bis Juni in Okinawa und erreicht zuletzt Tōhoku. So beschreibt es die offizielle Erläuterung der JMA.

Regenzeit nach Region

Die Regenzeit wandert von Südwesten nach Nordosten: Sie beginnt Anfang Mai in Okinawa und erreicht Tōhoku erst Mitte Juni – jede Region hat also ihr eigenes Zeitfenster von etwa vier bis sechs Wochen. Der Grund ist die Geografie: Japan ist lang gestreckt – von Okinawa bis Hokkaidō liegen rund 3.000 Kilometer Luftlinie. Die Daten unten sind langjährige Mittelwerte der Wetterbehörde (Normalwerte 1991–2020); jedes Jahr verschiebt sich der konkrete Beginn um etwa eine Woche.

RegionRegenzeit (∅)Charakter
Okinawa & AmamiAnfang Mai – Mitte/Ende JuniBeginnt am frühesten, häufig kürzere, dafür intensivere Regengüsse
Kyūshū & ShikokuAnfang Juni – Mitte JuliKlassische Tsuyu mit hoher Luftfeuchtigkeit; üppige Vegetation
Kansai (Kyoto, Osaka, Nara)Anfang Juni – Mitte JuliTempel und Moosgärten besonders schön; vereinzelte Schauer
Kantō (Tokyo, Kamakura)Anfang Juni – Mitte/Ende JuliAuch in der Stadt gut zu bewältigen; Hortensien-Höhepunkt Mitte Juni
Tōhoku (Nord-Honshū)Mitte Juni – Ende JuliKürzer und kühler; weniger schwül, mehr Berglandschaft im Nebel
Hokkaidōkeine ausgeprägte TsuyuVereinzelte Regentage, aber kein zusammenhängender Zeitraum – ideales Ausweichziel

Praktische Konsequenz: Eine Japanreise im Juni muss nicht durchgängig Tsuyu bedeuten. Wer das Hauptland in Kyoto und Tokyo besucht und ein paar Tage Hokkaidō anschließt, erlebt fast zwei Wetterregime in einer Reise – das ist eine der Schönheiten dieses Landes.

Was ist die Taifun-Saison?

Kurz gesagt: Die Taifun-Saison reicht offiziell von Juni bis Oktober, mit klarem Schwerpunkt im August und September; im langjährigen Mittel gehen etwa drei Taifune pro Jahr in Japan an Land und rund zwölf kommen nahe genug, um das Wetter zu beeinflussen; die JMA veröffentlicht die voraussichtliche Zugbahn bis zu fünf Tage im Voraus. Während Tsuyu eine atmosphärische, weiche Saison ist, sind Taifune das andere Extrem: tropische Wirbelstürme im Westpazifik, die im Spätsommer regelmäßig die japanischen Inseln treffen oder streifen.

Was Sie als Reisende konkret wissen sollten:

  • Anzahl pro Jahr: Etwa drei Landgänge im langjährigen Mittel. Die meisten Taifune ziehen über Okinawa und Süd-Kyūshū, einzelne erreichen Kantō oder Tōhoku.
  • Vorwarnzeit: Bis zu fünf Tage – so weit im Voraus veröffentlicht die JMA die voraussichtliche Zugbahn. Die Japanische Wetterbehörde (JMA) und die Wetter-App von Tenki.jp geben verlässliche Prognosen mit hoher Genauigkeit.
  • Dauer eines Taifuns: Pro Region in der Regel 24 bis 48 Stunden mit ernsthaftem Wetter – vorher und nachher oft strahlend blauer Himmel.
  • Verkehr: Shinkansen-Strecken und Flüge werden frühzeitig eingestellt, sobald Sturmwarnungen gelten. Nach Durchzug fährt der Bahnverkehr meist binnen weniger Stunden wieder – wo Strecken beschädigt sind, kann es Tage oder Wochen dauern.

Aus unserer Praxis

Ein Taifun während einer dreiwöchigen Reise bedeutet selten den Verlust der ganzen Reise, sondern fast immer nur die Umplanung von ein bis zwei Tagen. Mit professioneller Begleitung vor Ort ist das eine Frage von Stunden – nicht von Tagen.

Aktueller Stand: Regenzeit & Taifun 2026 – 21. Oktober

Der Stand in zwei Sätzen: Taifun Nr. 30 bringt nach der Vorhersage der Wetterbehörde vom 21. Oktober am 23. und 24. Oktober voraussichtlich Sturm auf die Yaeyama-Inseln und auf Miyako im äußersten Südwesten Japans, wo vom 22. Oktober an zahlreiche Flüge und die Fähren von Ishigaki zu den Nachbarinseln ausfallen; danach zieht er nach der Vorhersage über das Ostchinesische Meer nach Norden und liegt am Abend des 26. Oktober, dann als gewöhnliches Tief, über dem Japanischen Meer vor Westjapan – wie nah er Westjapan einschließlich Kyūshū kommt, ist noch offen. Auf den Hauptinseln zählen in dieser Woche Regen und Wind – am 21. Oktober ist im Norden, in der Präfektur Akita, unabhängig vom Taifun ein Fluss über die Ufer getreten, und vom 24. bis zum 26. Oktober kann es im Westen und Osten kräftig regnen –, und auf den Izu-Inseln gilt bis zum 28. Oktober ohnehin ein eingeschränkter Fahrplan.

Taifun Nr. 30: Sturm auf den südlichsten Inseln Okinawas, danach nach Norden Richtung Westjapan

Taifun Nr. 30 (internationaler Name Champi) ist am Abend des 21. Oktober weiter in der höchsten Stärkestufe der Wetterbehörde eingestuft. Er lag östlich der Philippinen, rund 690 Kilometer südöstlich von Ishigaki, und zog mit 20 Kilometern pro Stunde nach Westnordwesten. Nach der Vorhersage der Wetterbehörde vom 21. Oktober, 21:45 Uhr, schwächt er sich von da an schrittweise ab, am Abend des 22. Oktober auf „sehr stark“, am Abend des 23. Oktober auf „stark“. Am Abend des 22. Oktober liegt er rund 370 Kilometer südlich von Ishigaki, am Abend des 23. Oktober rund 150 Kilometer südwestlich von Yonaguni, nahe der Ostküste Taiwans. Der Kreis, in dem sein Zentrum dann mit 70 Prozent Wahrscheinlichkeit liegt, schließt Yonaguni ein, Ishigaki liegt knapp außerhalb, und die Linie der Vorhersagepunkte verläuft danach westlich von Yonaguni nach Norden. Am Abend des 24. Oktober liegt der Taifun rund 280 Kilometer nördlich von Yonaguni im Ostchinesischen Meer, am Abend des 25. Oktober rund 420 Kilometer westsüdwestlich von Nagasaki – dann deutlich schwächer, mit Wind bis zu 23 Metern pro Sekunde und ohne Sturmgebiet –, am Abend des 26. Oktober als gewöhnliches Tief über dem Japanischen Meer, gut 100 Kilometer vor der Nordküste Westjapans. So weit voraus ist die Vorhersage unsicher: Der Kreis für den Abend des 26. Oktober erstreckt sich vom Norden Kyūshūs über den größten Teil Westjapans. Das Gebiet, in dem die Behörde Sturm – Wind ab 25 Metern pro Sekunde – für möglich hält, umfasst am 23. und 24. Oktober die Yaeyama-Inseln mit Ishigaki, Iriomote und Yonaguni sowie Miyako; je nach Zugbahn kann es auf den Yaeyama-Inseln schon ab dem Abend des 22. Oktober stürmen. Die Hauptinsel Okinawa mit Naha und die Hauptinseln Japans liegen außerhalb. Wie wahrscheinlich ein Ort tatsächlich in das Gebiet gerät, in dem Sturm herrscht – und nicht nur möglich ist –, beziffert die Behörde ebenfalls, bis zum Abend des 26. Oktober: Yonaguni und die Inseln um Iriomote 83 Prozent, Ishigaki 72, Miyako 36, die Hauptinsel Okinawa 4 bis 5 und Kyūshū höchstens 2 Prozent (Stand 21. Oktober, 21 Uhr). Für die Yaeyama-Inseln und Miyako hält sie am 23. und 24. Oktober eine Sturmwarnung für wahrscheinlich. Auf den Yaeyama-Inseln erwartet sie am 23. Oktober Wind bis zu 40 Metern pro Sekunde und Böen bis zu 60 Metern pro Sekunde – genug, um einzelne Wohnhäuser einstürzen zu lassen – und bis zu elf Meter hohe Wellen. Regen, der eine Warnung erfordert, ist auf den Yaeyama-Inseln am 23. und 24. Oktober und auf Miyako am 23. Oktober wahrscheinlich, auf der Hauptinsel Okinawa am 22. und 23. Oktober möglich; auf den Yaeyama-Inseln und Miyako ist ab dem 23. Oktober zudem eine Sturmflut möglich, die eine Warnung erfordert. Beide Reedereien, Yaeyama Kankō Ferry und Anei Kankō, lassen ihre Fähren von Ishigaki zu den Nachbarinseln am 22. und 23. Oktober gar nicht fahren, und auch für den 24. Oktober rechnen beide mit dem Ausfall aller Fahrten; ob am 25. Oktober gefahren wird, ist nach Anei Kankō offen, die Ausfälle können andauern. Auch die Flüge fallen in großer Zahl aus: JAL hat mit ihren Regionalgesellschaften in Okinawa zahlreiche Ausfälle vom 22. bis zum 24. Oktober für Ishigaki, Miyako und Yonaguni beschlossen, am 22. Oktober auch für Flüge von und nach Naha; ANA streicht am 23. Oktober alle Flüge von und nach Ishigaki und Miyako, am 24. Oktober bisher zwei Flüge am Vormittag, und auch Solaseed Air, Skymark und Peach haben Flüge zu den südlichen Inseln gestrichen (Stand 21. Oktober, abends). Das Terminal des Flughafens Shimojishima bei Miyako bleibt nach Skymark am 22. und 23. Oktober ganz geschlossen. ANA, JAL, Solaseed Air und Skymark buchen Flüge zu den südlichen Inseln Okinawas bis einschließlich 24. Oktober ohne Gebühr um oder erstatten sie, auch wenn sie stattfinden. Für Flüge von und nach Naha gilt das bei ANA am 22. und 23., bei Solaseed Air vom 22. bis zum 24. und bei Skymark am 23. Oktober. Wer jetzt auf den Yaeyama-Inseln oder auf Miyako ist und keinen bestätigten Rückflug für den 22. Oktober hat, kommt voraussichtlich frühestens am 24. Oktober weg, eher am 25.: Wir würden die Unterkunft bis mindestens zum 25. Oktober verlängern, am 22. Oktober möglichst früh am Tag Wasser und Essen für zwei Tage besorgen und den 23. und 24. Oktober im Gebäude verbringen, nicht im Freien und nicht am Strand. Wer zwischen dem 22. und dem 25. Oktober hinfliegen wollte, verschiebt die Reise; für Flüge am 25. Oktober gilt die gebührenfreie Umbuchung bei ANA, JAL, Solaseed Air und Skymark bisher nicht (Stand 21. Oktober). Wie stark Westjapan am 25. und 26. Oktober betroffen ist, ist offen. Nach Weathernews kann sich der Taifun – beziehungsweise das Tief, zu dem er wird – bis zum 26. Oktober Westjapan nähern; wann er nach Nordosten abbiegt, ist noch unsicher.

Amtliche Vorhersagekarte der Japanischen Wetterbehörde vom 21. Oktober 2026, 21:45 Uhr, für Taifun Nr. 30: Er liegt unten östlich der Philippinen, seine Vorhersagekreise führen nach Nordwesten an die Ostküste Taiwans, dann nach Norden über das Ostchinesische Meer und nach Nordosten bis ins Japanische Meer vor Westjapan. Die rote Linie schließt die Yaeyama-Inseln und Miyako ein; die Hauptinsel Okinawa und Kyūshū liegen außerhalb.Stand: 21. Oktober 2026, 21:45 Uhr (JST)
Vorhersage vom 21. Oktober, 21:45 Uhr. Das Kreuz mit der Nummer 30 unten ist der Taifun am Abend des 21. Oktober, die blaue Linie sein bisheriger Weg. Im roten Kreis um das Kreuz wehte zu diesem Zeitpunkt Sturm, im gelben Kreis Wind ab 15 Metern pro Sekunde. Die gestrichelten Kreise zeigen, wo das Zentrum zum jeweiligen Zeitpunkt mit 70 Prozent Wahrscheinlichkeit liegen dürfte – je weiter voraus, desto größer –; die Zeitangaben stehen jeweils am unteren Rand ihres Kreises. Die rote Linie umschließt das Gebiet, in dem Sturm möglich ist; sie reicht nur bis zum 24. Oktober, danach sieht die Vorhersage um das Zentrum kein Sturmgebiet mehr vor. Die kleinen Inseln östlich von Taiwan, am Rand des Kreises für den Abend des 23. Oktober, sind die Yaeyama-Inseln mit Ishigaki und Yonaguni; Miyako liegt etwas weiter östlich, noch innerhalb der roten Linie. Die größere Insel weiter nordöstlich, knapp außerhalb der roten Linie, ist die Hauptinsel Okinawa. Der große Kreis oben rechts für den Abend des 26. Oktober erstreckt sich vom Norden Kyūshūs über den größten Teil Westjapans; der Taifun ist dann ein gewöhnliches Tief. Ausschnitt der amtlichen Karte; deutschsprachige Zeitangaben von Japan Privat. Quelle: Japanische Wetterbehörde (JMA)

Für die Schiffe zu den Ogasawara-Inseln hat die Reederei Ogasawara Kaiun keine Änderung mitgeteilt (Stand 21. Oktober). Die Inseln sind nur mit dem Schiff aus Tokyo zu erreichen, rund 24 Stunden Fahrt. Nach Fahrplan legt das nächste Schiff am 23. Oktober um 11 Uhr in Tokyo ab und erreicht Chichijima, die Hauptinsel der Gruppe, am 24. Oktober um 11:40 Uhr, mit Halt auf Ōshima, der größten der Izu-Inseln, wo es im Ersatzfahrplan aushilft, von dem der nächste Absatz handelt. Taifun Nr. 30 zieht nach der Vorhersage weit westlich vorbei; am Abend des 23. Oktober liegt er rund 2.000 Kilometer westlich der Insel. Wann ein Schiff fährt, bestimmt die Reederei, nicht der Reisende. Wir legen eine Insel deshalb an den Anfang einer Reise und nie auf die letzten Tage vor dem Rückflug – man reist ab, bevor der Sturm kommt, nicht wenn er da ist.

Zu den Izu-Inseln fahren die Schiffe noch bis zum 28. Oktober nach einem Ersatzfahrplan – unabhängig vom Wetter. Die für die Region um Tokyo zuständige Verkehrsbehörde hat der Reederei Tōkai Kisen wegen Mängeln bei der Sicherheit im Unternehmen untersagt, vom 9. bis 28. Oktober drei ihrer Schiffe einzusetzen: eines ihrer beiden großen Nachtschiffe, das wegen eines Schadens am Antrieb ohnehin keine Fahrgäste befördert und nach Angaben der Reederei ab dem 29. Oktober wieder fahren soll, und zwei ihrer Schnellboote. Zu den nördlichen Inseln bis Kōzushima fährt nachts nun ein kleineres Schiff. Tagsüber fährt von Tokyo nur ein Schnellboot am Tag – seit dem 21. Oktober ein anderes Boot der Reederei, weil das bisherige einen Maschinenschaden hat –, und auf einzelnen Fahrten legt zusätzlich das Schiff zu den Ogasawara-Inseln auf Ōshima an. Die südlichen Inseln bis Hachijōjima bedient weiter das verbliebene große Nachtschiff. Wer im Oktober eine Izu-Insel einplant, prüft den Ersatzfahrplan, bevor er Unterkunft und Rückflug festlegt.

Unabhängig vom Taifun ist am Abend des 21. Oktober im Norden, in der Präfektur Akita, ein Fluss über die Ufer getreten. Ein kräftiges Tief, das über den Norden zog, brachte dort an mehreren Orten so viel Regen in 24 Stunden wie noch nie in einem Oktober; bei Yurihonjō, südlich der Stadt Akita, lief der Fluss Koyoshi über den Deich, und die Wetterbehörde und das Verkehrsministerium gaben die höchste der fünf Warnstufen aus. Die Bahn entlang der Küste südlich von Akita hat den Betrieb am Abend eingestellt, und für den 22. Oktober rechnet JR East wegen starken Windes vom ersten Zug bis zum frühen Abend mit Verspätungen und Ausfällen auf dieser Strecke und auf der Küstenlinie weiter nördlich Richtung Aomori, auf der auch der Ausflugszug Resort Shirakami fährt. Wer in diesen Tagen im Norden unterwegs ist, auch zum Herbstlaub, fragt vor jeder Bahn- oder Busfahrt beim Betreiber nach.

Nach Taifun Nr. 25: Eine Strecke bleibt Monate zu, andere fahren nach und nach wieder

Auf der Halbinsel östlich von Tokyo dauert die Wiederherstellung der Bahn deutlich länger als der Sturm. Taifun Nr. 25 kam dort nie an Land – sein Zentrum zog am 21. September rund 100 Kilometer vor der Küste vorbei –, hat aber schwere Schäden hinterlassen. Die Linie an der Westküste ist seit dem 5. Oktober nur noch auf einem kurzen Abschnitt in den südlichen Vororten Chibas unterbrochen, dort aber für mindestens rund drei Monate, gerechnet ab dem 23. September. Vom Ende dieses Abschnitts bis Kisarazu fahren seit dem 5. Oktober wieder Züge, zwei pro Stunde und Richtung, und über den gesperrten Abschnitt fahren Ersatzbusse. Mit langen Wartezeiten ist zu rechnen: Die Busse schaffen nach Angaben von JR East nur ein bis zwei Zehntel dessen, was die Bahn befördert. Auf dem nördlichen Rest der Linie bis Chiba fährt morgens und abends rund jeder dritte Zug, tagsüber sieben von zehn; südlich von Kisarazu fährt etwa die Hälfte, und der Schnellzug entlang dieser Küste fällt aus, bis die Strecke wieder durchgehend befahrbar ist. Die Strecke ins Landesinnere fährt auf ihrem größeren Teil; für den letzten Abschnitt bis zur Endstation gibt es keinen Termin, dort fahren Taxis und Busse als Ersatz. Von den beiden Strecken zur Hafenstadt Chōshi im Nordosten fährt die eine seit dem 4. Oktober wieder durchgehend; die andere fährt seit dem 19. Oktober ebenfalls wieder durchgehend, mit allen ihren Schnellzügen. Die Autobahnen sind die verlässlichere Verbindung: Sie sind seit dem 23. September wieder frei; auf den übrigen Straßen der Präfektur waren am Morgen des 5. Oktober nach Angaben des Verkehrsministeriums noch knapp 50 Abschnitte gesperrt, die meisten davon wegen abgerutschter Hänge.

Wenn der Sturm vorbei ist, fahren noch nicht alle Züge wieder. Nach einem Taifun werden Strecken erst auf umgestürzte Bäume und Hangrutsche geprüft, und wo etwas gefunden wird, dauert die Reparatur Tage, Wochen oder – wie hier – Monate. Getroffen hat es bei diesem Sturm vor allem die Regionalstrecken abseits der Hauptachse, der Shinkansen-Strecke zwischen Tokyo und Osaka. Und wo ein Hang einmal nachgegeben hat, genügt beim nächsten Regen weniger. Wir legen deshalb in den Tagen nach einem Sturm keine feste Etappe auf eine Regionalstrecke und fragen vor jeder Fahrt in eine Gegend, die nur über eine solche Strecke erreichbar ist, beim Betreiber nach.

Wann die Bahn Ausfälle ankündigt – und wo es länger dauert

Japanische Bahnen stellen den Betrieb bei Taifunen vorsorglich ein, und sie kündigen das nach einem abgestimmten Ablauf an: Nach Leitlinien, die das Verkehrsministerium mit den Betreibern erarbeitet hat, ist zwei Tage vorher die Mitteilung vorgesehen, dass eine Einstellung möglich ist, und einen Tag vorher der konkrete Plan mit Strecken und Uhrzeiten. Das ist ein Rahmen, den die Betreiber auch früher ausschöpfen: Bei Taifun Nr. 25, für den die Betreiber im Großraum Tokyo ab dem Abend des 20. September mit Auswirkungen rechneten, kam die erste Mitteilung am 18.; für eine einzelne Linie stand die ganztägige Einstellung am 21. schon am 19. fest – zwei Tage vorher statt einen –, die Uhrzeiten für die übrigen Strecken folgten am 20. Wer nur auf den konkreten Plan wartet, übersieht die erste Mitteilung – und die zeigt bereits, welche Tage wackeln. Auch die erste konkrete Ansage ist dabei eine Arbeitsgrundlage und keine Entscheidung; wir buchen nichts auf die erste konkrete Ansage hin um, sondern sehen am Abend vor dem betroffenen Tag noch einmal nach. Wegen Taifun Nr. 30 gibt es für die Hauptinseln derzeit keine solche Mitteilung (Stand 21. Oktober, abends), aber der Anlass dafür rückt näher: Nach der Vorhersage vom 21. Oktober liegt Taifun Nr. 30 am Abend des 25. Oktober westlich von Kyūshū über dem Ostchinesischen Meer und am Abend des 26. Oktober, dann als gewöhnliches Tief, über dem Japanischen Meer vor Westjapan. Für Nagasaki hält die Wetterbehörde vom 23. bis zum 26. Oktober eine Warnung vor starkem Regen und am 25. und 26. Oktober eine Sturmwarnung für möglich; eine solche Warnung richtet sich nach örtlichen Schwellenwerten und setzt kein Sturmgebiet um das Zentrum voraus. Eine Warnung vor starkem Regen hält sie außerdem für Kagoshima und Miyazaki am 23. und 24., für Fukuoka, Saga, Ōita und Yamaguchi am 24. und 25., für Kumamoto am 24. und für Shimane am 25. Oktober für möglich. Weathernews erwartet vom 24. bis zum 26. Oktober kräftigen Regen an einer Front, vor allem im Westen und Osten Japans. Regnet es so, können einzelne Strecken auch dann betroffen sein, wenn der Taifun selbst die Hauptinseln nicht erreicht. Wer vom 23. bis zum 26. Oktober auf Kyūshū oder im Westen von Honshū unterwegs ist, liest ab dem 22. Oktober die Mitteilungen von JR Kyushu und JR West; dort wie auch in Tokyo und Umgebung lohnt am Abend vor jeder Fahrt ein Blick auf die Betriebsauskunft.

Das nächste lange Wochenende ist das vom 21. bis 23. November: Der 23. November ist ein Feiertag, und an allen drei Tagen fahren alle Nozomi – die schnellsten Züge zwischen Tokyo, Osaka und Fukuoka – nur mit reservierten Plätzen. Hikari und Kodama haben weiterhin Wagen ohne Reservierung. Wer vom 21. bis 23. November mit dem Nozomi fahren will, reserviert vorher. Der 3. November ist ebenfalls ein Feiertag, gehört aber nicht zu diesen Tagen; wie die Feiertage im Herbst liegen, steht in unserem Artikel über Japans Feiertage.

Auf Yakushima ist die bemooste Schlucht, die Prinzessin Mononoke berühmt gemacht hat, nach Angaben des Rats für die Bergregion seit dem 18. Oktober wieder zugänglich – aber nicht auf allen Wegen. Die Straße dorthin ist wieder befahrbar, an einzelnen Stellen nur abwechselnd in eine Richtung, und nach Angaben von KKB fährt seit dem 18. Oktober auch der Linienbus wieder. Begehbar sind der Weg zum Aussichtsfelsen Taikoiwa und zurück, der durch den bekannten Moosforst führt, und der Weg zur Bugyō-Zeder; einzelne Abschnitte, darunter Teile des kurzen Rundwegs zur Yayoi-Zeder, bleiben gesperrt. Die Bergstraßen zur ältesten Zeder und zum Aufstieg auf den höchsten Berg der Insel sind seit Mitte September wieder frei, und der Pendelbus zur ältesten Zeder fährt seit dem 17. September wieder. Verursacht hat die Schäden Taifun Nr. 24, der Anfang September an der Insel vorbeizog, ohne das Festland zu berühren. Ein Schiff fährt oft am nächsten Tag wieder, eine Straße in steilem Gelände kann Wochen oder Monate brauchen – deshalb fragen wir vor einer Insel- oder Bergetappe nicht, ob das Schiff fährt, sondern ob die Straße offen ist. Wer wegen der Moosbilder kommt, fragt vor der Wanderung nach, welche Wege gerade offen sind.

Für den Mietwagen bleibt es bei einem Satz ohne Ausnahme: Wasser auf der Fahrbahn heißt umkehren – auch dann, wenn andere Autos noch hineinfahren, und auch dann, wenn die Stelle nicht abgesperrt ist. Unterführungen füllen sich schneller, als es aussieht: Bei den Regenfällen am 7. September stieg das Wasser in einer Unterführung im Nordosten des Landes in 40 Minuten von 15 Zentimetern auf zwei Meter, ein Mensch kam dabei ums Leben. Das Verkehrsministerium hat begonnen, besonders gefährdete Unterführungen schon ab der zweithöchsten von fünf Warnstufen zu sperren.

Zur Zählung der Saison

Für Reisende ist die Gesamtzahl der Saison die unwichtigste Zahl. Mit Nr. 30 hat die Zählung in diesem Jahr zum ersten Mal seit 2013 die Marke von dreißig Taifunen erreicht, deutlich mehr als in einem durchschnittlichen ganzen Jahr; der August allein brachte zehn davon. Auf dem Festland an Land gegangen sind bisher drei – bei Nr. 8 hat die Wetterbehörde den Landgang im Juni erst in ihrer abschließenden Auswertung Ende September festgestellt –, und Nr. 25 gehört nicht dazu. In der Statistik der Landgänge kommt er deshalb nicht vor – obwohl er auf der Halbinsel östlich von Tokyo schwere Schäden hinterlassen hat und eine Bahnstrecke für Monate unterbrochen ist. Wohin ein Taifun zieht und was er dort anrichtet, entscheidet über eine Reise mehr als die Frage, ob er die Küste berührt.

Der Herbst kommt in Stufen

Für die nächsten Tage nennt die Wetterbehörde in Tokyo, Kyoto und Osaka Höchstwerte zwischen 19 und 25 Grad (Vorhersage vom 21. Oktober): in Tokyo 25 Grad am 22. Oktober, 21 Grad am 23. und 19 Grad am 24. Oktober, in Kyoto und Osaka vom 22. bis zum 24. Oktober 21 bis 25 Grad. Vom 24. bis zum 26. Oktober liegt die Regenwahrscheinlichkeit in allen drei Städten bei 60 bis 70 Prozent. Das eigentliche Kleidungsproblem des japanischen Herbstes ist der Wechsel – von einem Tag zum nächsten und innerhalb eines Tages: Für den 23. Oktober nennt die Behörde in Kyoto morgens 14 und nachmittags 23 Grad. Praktisch heißt das: Regenschutz, eine lange Schicht für den kühlen Morgen und leichte Kleidung für den Nachmittag, und zwar alles am selben Tag dabei. Nach einem Hinweis der Wetterbehörde vom 19. Oktober sind etwa ab dem 25. Oktober in Kantō und Kōshin, in Tōkai, an der Pazifikseite von Kinki, auf Shikoku und im Süden Kyūshūs, mit Tokyo, Kyoto und Osaka, wieder Temperaturen möglich, wie sie zu dieser Jahreszeit nur selten vorkommen; in Kyoto und Osaka dürfte die Temperatur am 25. und 26. Oktober auch nachts kaum unter 20 Grad fallen. Danach wird es deutlich kühler: Für den 28. Oktober nennt die Wochenvorhersage in Kyoto 19 Grad am Tag und 11 Grad am Morgen, und die Japan Weather Association erwartet zum Monatsende kräftige Kaltluft, vor allem im Norden.

Für Tokyo, Kyoto und Osaka erwartet die Wetterbehörde im kommenden Monat weniger sonnige Tage als üblich. Ihre Monatsvorhersage vom 15. Oktober, die vom 17. Oktober bis zum 16. November reicht, sieht das für die Pazifikseite Ostjapans und für ganz Westjapan vor, bei Wetter, das im Abstand weniger Tage wechselt; für die Pazifikseite Ostjapans, zu der Tokyo gehört, hält sie mehr Regen als üblich für am wahrscheinlichsten. Die Temperaturen dürften über dem Mittel liegen, in Tokyo, Kyoto und Osaka in der ersten Hälfte des Zeitraums deutlich.

Nach dem Regen bleibt der Boden das Problem. Wo in diesen Wochen viel Regen gefallen ist – etwa auf der Halbinsel östlich von Tokyo –, kann schon wenig neuer Regen Hänge in Bewegung bringen. Das ist der Grund, warum in diesem Herbst Straßen gesperrt werden, wo das Wetter harmlos aussieht. Im Hintergrund läuft ein El-Niño-Ereignis, dessen Abweichung im September die größte seit Beginn der Reihe 1949 war und das nach dem Bericht der Wetterbehörde vom 9. Oktober bis in den Winter anhalten dürfte; die für El Niño typischen Muster waren über Japan im September aber nicht deutlich zu erkennen, und für das Wetter der nächsten Wochen verweist die Behörde selbst auf ihre laufenden Vorhersagen. Ein warmer Spätsommer schiebt die Laubfärbung in der Regel nach hinten; wann wir sie 2026 erwarten, halten wir in unserem Herbstlaub-Artikel aktuell.

Kennzahl2026Durchschnitt (1991–2020)
Bisher gebildete Taifune (Stand 21. Oktober 2026)30ca. 25 im ganzen Jahr
Davon allein im August entstanden10 (zum dritten Mal seit 1951, zuletzt im August 1966)5,7 im August
Direkte Landgänge auf dem Festland (bisher 2026)3 (Nr. 6 und Nr. 8 im Juni, Nr. 15 im August)ca. 3,0 pro Jahr

Quellen: Lage, Stärke und Vorhersage von Taifun Nr. 30 nach der Taifuninformation der Japanischen Wetterbehörde (Ausgabe vom 21. Oktober, 21:45 Uhr), die Wahrscheinlichkeit, in das Gebiet zu geraten, in dem Sturm herrscht, nach derselben Taifuninformation (21. Oktober, 21 Uhr); Entfernungen von uns aus den Koordinaten berechnet; die wahrscheinlichen und möglichen Warnungen, auch für Kyūshū, Yamaguchi und Shimane, nach den Frühhinweisen der Wetterbehörde auf Warnungen (21. Oktober, 17 Uhr), Wind, Wellen und Sturmflut nach den Wetterinformationen der Wetterbehörde für die Yaeyama-Inseln (21. Oktober, 16:54 Uhr) und Miyako (21. Oktober, 16:44 Uhr); die Fähren nach den Mitteilungen von Yaeyama Kankō Ferry (21. Oktober, 16:30 Uhr) und Anei Kankō (21. Oktober); die Ausfälle und Umbuchungen ohne Gebühr nach den Mitteilungen von JAL (21. Oktober, 19 Uhr), ANA (21. Oktober, 17:30 Uhr), Solaseed Air (21. Oktober, 21 Uhr), Skymark (21. Oktober, 18:30 Uhr) und Peach (21. Oktober, 20:45 Uhr), die Streichung aller ANA-Flüge von und nach Ishigaki und Miyako am 23. Oktober nach NTV vom 21. Oktober, die Ausfälle bei Solaseed Air und Skymark nach TBS vom 21. Oktober (20:28 Uhr); die Annäherung an Westjapan nach Weathernews vom 21. Oktober, der Regen vom 24. bis 26. Oktober nach der Wochenvorhersage von Weathernews vom 21. Oktober, die Kaltluft zum Monatsende nach der Zwei-Wochen-Vorhersage der Japan Weather Association (tenki.jp) vom 21. Oktober. Der Fluss in Akita nach NHK vom 21. Oktober, die Regenmengen nach ANN vom 21. Oktober, die Bahnen nach der Betriebsauskunft von JR East für Tōhoku (21. Oktober, 19:31 Uhr; für den 22. Oktober die Mitteilung vom 21. Oktober, 4 Uhr); die Landgänge, auch der nachträglich festgestellte von Nr. 8, nach der Mitteilung der Wetterbehörde vom 29. September; die Zählung seit 2013 nach NHK vom 15. Oktober. Die Fahrten zu den Ogasawara-Inseln mit Halt auf Ōshima bis zum 28. Oktober nach der Mitteilung der Reederei Ogasawara Kaiun vom 2. Oktober, das Ausbleiben von Änderungen nach ihrer Mitteilungsseite und den Meldungen ihrer Geschäftsstelle auf Chichijima (beide Stand 21. Oktober). Zu den Izu-Inseln: das Verbot für drei Schiffe nach der Erklärung der Reederei Tōkai Kisen zum Verfahren (2. Oktober), der Ersatzfahrplan nach ihrer Mitteilung zum Ersatzfahrplan (5. Oktober), der Schaden am Nachtschiff nach ihrer Mitteilung zur Werftzeit (2. Oktober, 17:30 Uhr), seine Rückkehr am 29. Oktober nach ihrer Mitteilung zur Reparatur (20. Oktober, 15 Uhr), der Ersatz des Schnellboots ab dem 21. Oktober nach ihrer Mitteilung zum Maschinenschaden (20. Oktober, 13:20 Uhr), der Betrieb nach dem Ersatzfahrplan nach ihrer Betriebsauskunft (21. Oktober), das Ende am 28. Oktober nach ihren Antworten auf häufige Fragen (16. Oktober). Die größte Annäherung von Taifun Nr. 25 nach der Taifuninformation der Wetterbehörde (Analysen vom 21. September). Die Bahnlinien in der Präfektur östlich von Tokyo und ihr Betrieb nach der Betriebsauskunft von JR East (20. Oktober, 20:47 Uhr), die Wiederaufnahme der zweiten Strecke nach Chōshi und ihrer Schnellzüge am 19. Oktober nach derselben Betriebsauskunft, die Ersatzbusse und die Dauer der Sperrungen nach ihrer Mitteilung zum Betrieb in der Präfektur (Stand 14. Oktober, 17:20 Uhr); die Autobahnen nach der Meldung von NEXCO East Japan (23. September, 1:10 Uhr), die gesperrten Straßen und ihre Ursachen nach dem 17. Lagebericht des Verkehrsministeriums (5. Oktober, 9 Uhr; Straßen Stand 6 Uhr). Zum Zeitplan der vorsorglichen Betriebseinstellungen: die abschließenden Leitlinien des japanischen Verkehrsministeriums und der Bahnbetreiber; die Ankündigungen vom 18., 19. und 20. September nach der Shimotsuke Shimbun vom 18. September, Traicy vom 19. September und Rail Lab vom 20. September. Die reservierungspflichtigen Nozomi vom 21. bis 23. November nach JR Central. Zu Yakushima: die Freigabe der Bergstraßen und die Wiederaufnahme der Busse nach der Minami-Nippon Shimbun vom 16. September und KTS Kagoshima vom 17. September, die Wiederöffnung der Schlucht und der Straße dorthin nach dem Rat für die Bergregion von Yakushima (16. Oktober, 15:45 Uhr), die begehbaren und gesperrten Wege nach der Verwaltung der Erholungswälder von Yakushima (16. Oktober), der Linienbus nach den Verkehrsmeldungen von KKB Kagoshima (Stand 18. Oktober). Temperaturen, Regenwahrscheinlichkeit und Wetter in Tokyo, Kyoto und Osaka nach der Kurzfrist- und Wochenvorhersage der Wetterbehörde (21. Oktober, 17 Uhr), die erneut möglichen hohen Temperaturen nach dem Hinweis der Wetterbehörde auf außergewöhnliche Wärme (19. Oktober, 14:30 Uhr; die Seite wird mit jeder Ausgabe ersetzt), die Monatsvorhersage nach der Monatsvorhersage derselben Behörde (15. Oktober, 14:30 Uhr). Die Unterführung und die vorsorglichen Sperrungen nach der Erhebung der Yomiuri Shimbun, das El-Niño-Ereignis und seine Wirkung auf Japan nach der El-Niño-Überwachungsmeldung der Wetterbehörde (Nr. 409 vom 9. Oktober). Langjährige Mittelwerte nach der JMA-Taifunstatistik 1991–2020.

Unsere Einordnung als Veranstalter vor Ort: Der Herbst ist in Japan die Zeit, in der Herbstregen und die letzten Taifune der Saison zusammenfallen – und zugleich eine der angenehmsten Reisezeiten, weil die Hitze nachlässt. Taifun Nr. 25 hat gezeigt, wo das Risiko für eine Reise tatsächlich liegt: nicht in der Frage, ob er an Land geht, sondern in dem, was er unterwegs anrichtet – und in den Wochen danach. Drei Dinge sind uns deshalb wichtig. Erstens legen wir die langen Etappen auf die Hauptachse und nicht auf eine Regionalstrecke – Regionalstrecken sind bei einem Sturm stärker betroffen und brauchen oft länger, bis sie wieder fahren. Zweitens fragen wir nach einem Sturm vor einer Insel- oder Bergetappe nicht nur nach dem Schiff, sondern vor allem nach der Straße – und wenn es in die Berge geht, nach dem Fahrzeug, das dort hinauffährt. Eine Fähre fährt oft am nächsten Tag wieder, eine Bergstraße kann Monate brauchen, und offen ist ein Weg erst dann, wenn auch der Bus dorthin wieder fährt. Drittens richten wir Umplanungen nicht nach der Zugbahn aus, sondern danach, wann die Betreiber selbst entscheiden – und wir sehen schon bei der ersten Mitteilung nach, statt auf den konkreten Plan zu warten. Nur bei Inseln handeln wir früher, weil man von einer Insel bei Sturm unter Umständen nicht wegkommt. Dass ein Taifun die Küste nicht berührt, ist dabei keine Entwarnung, sondern nur eine Angabe über den Ort seines Zentrums. Weil die Wetterbehörde die Zugbahn fünf Tage im Voraus veröffentlicht, lässt sich ein betroffener Reisetag am Ende fast immer tauschen, statt die ganze Reise infrage zu stellen.

Die Regenzeit 2026 ist beendet

Am 4. August hat die Japanische Wetterbehörde das Ende des Tsuyu für Hokuriku (Kanazawa) sowie für Süd- und Nord-Tōhoku erklärt – die letzten drei Regionen, die noch offen waren. Damit ist die Regenzeit überall dort vorbei, wo es sie überhaupt gibt; Hokkaidō kennt keine. Im Norden hat sie sich in diesem Jahr ungewöhnlich lange gehalten: In Hokuriku endete sie zwölf Tage später als üblich und mehr als einen Monat später als im Vorjahr. Dass der Tsuyu dort überhaupt bis in den August reicht, ist seit Beginn der Aufzeichnungen 1951 erst neun Mal vorgekommen. Auch Regen fiel deutlich mehr als sonst – in Sendai mehr als doppelt so viel wie im Mittel. Der Grund war ein Pazifikhoch, das in diesem Sommer nur schwach nach Norden ausgriff und die Regenfront wochenlang über Tōhoku liegen ließ.

Eine Eigenheit am Rande: Diese Termine sind zunächst nur vorläufige Werte. Die Wetterbehörde prüft sie im Herbst noch einmal anhand des tatsächlichen Wetterverlaufs und korrigiert sie gelegentlich um einige Tage. Ein Tsuyu-Ende ist in Japan eben kein Schalter, sondern ein Übergang von rund fünf Tagen, den die Behörde nachträglich auf ein Datum festlegt.

Hokkaidōkeine RegenzeitTōhokubeendet 4. AugustKantōbeendet 20. JuliChūbubeendet 20. Juli / 4. Aug.Kinkibeendet 8. JuliChūgokubeendet 8. JuliShikokubeendet 12. JuliKyūshūbeendet 13. JuliOkinawabeendet 29. Juni
  • Regenzeit beendet – seit dem 4. August in ganz Japan
  • Keine Regenzeit (nur Hokkaidō)
Vereinfachte 8-Regionen-Darstellung. Beginn und Ende des Tsuyu können innerhalb einer Region um fünf bis zehn Tage abweichen – die genauen Termine je Teilregion finden Sie in der Tabelle unten.
Datenquelle: Japan Weather Association (Nihon Kishō Kyōkai / tenki.jp) für die langjährigen Mittel; Tsuyu-Eintritte und -Enden nach Bekanntgabe der Japanischen Wetterbehörde (JMA) (vorläufige Werte, Stand 5. August 2026). Beendet ist die Regenzeit auf Okinawa (29. Juni), den Amami-Inseln (1. Juli), in Kinki, der Chūgoku-Region und Nord-Kyūshū (8. Juli), in Shikoku (12. Juli), in Süd-Kyūshū (13. Juli), in Tōkai und der Kantō-Region mit Tokyo (20. Juli) sowie – als letzte – in Hokuriku und in Süd- und Nord-Tōhoku (4. August). Damit ist ganz Japan orange markiert. Die Region Chūbu fasst hier Tōkai (Ende am 20. Juli) und Hokuriku (4. August) in einer Fläche zusammen; solange die beiden unterschiedliche Zustände hatten, war das die Grenze dieser Darstellung – dieselbe Einschränkung galt zuvor für Kyūshū. Hokkaidō kennt keine ausgeprägte Regenzeit (grau). Kartengrundlage: Wikimedia Commons (Public Domain).
RegionTsuyu-Beginn 2026Tsuyu-Ende 2026
Amami (Süd-Ryūkyū)um den 3. Mai1. Juli
Okinawaum den 4. Mai29. Juni
Süd-Kyūshūum den 1. Juni13. Juli
Shikokuum den 2. Juni12. Juli
Nord-Kyūshūum den 4. Juni8. Juli
Chūgoku (West-Honshū)um den 4. Juni8. Juli
Kinki (Kansai mit Kyoto, Osaka, Nara)um den 4. Juni8. Juli
Tōkai (Nagoya-Region)um den 7. Juni20. Juli
Kantō-Kōshin (Tokyo, Yokohama, Mt. Fuji)um den 7. Juni20. Juli
Hokuriku (Kanazawa-Region)um den 20. Juni4. August
Süd-Tōhokuum den 20. Juni4. August
Nord-Tōhokuum den 21. Juni4. August
Hokkaidōkeine offizielle Regenzeit–

Quellen: alle Termine in der Tabelle nach der Bekanntgabe der Japanischen Wetterbehörde (vorläufige Werte, Stand 4. August 2026); die Einordnung des Endes vom 4. August – Abstände zu Mittel und Vorjahr, Regenmengen und Ursache – nach Weathernews, der Japan Weather Association und der Mainichi Shimbun vom selben Tag.

Was das für Ihre Reise bedeutet

  • Nach der Regenzeit zählt die Hitze – aber nicht überall gleich. Kaum war die Regenzeit vorbei, begannen die Kokusho-bi – so nennt die Japanische Wetterbehörde seit diesem Jahr offiziell die Tage ab 40 °C, neben Manatsu-bi (ab 30 °C) und Mōsho-bi (ab 35 °C). Im August 2026 lag der Westen im beständigen Hochsommer: viel Sonne, hohe Luftfeuchtigkeit, verbreitet über 35 °C. In Kumamoto wurden Anfang August über 40 °C gemessen, so viel wie nie zuvor in dieser Präfektur. Im Osten war es zeitweise deutlich milder – in Tokyo blieb es wiederholt unter 30 °C, dafür wolkiger. Für die klassische Route Tokyo–Hakone–Kyoto–Hiroshima heißt das im Hochsommer: Je weiter Sie nach Westen kommen, desto strenger wird die Hitze. Wo es heiß ist, sind unsere Gäste früh am Morgen und am späten Nachmittag unterwegs; die Mittagsstunden liegen im Kühlen – im Museum, im Teehaus oder im Untergeschoss eines Kaufhauses, wo sich mit der Depachika eine eigene Feinkostwelt verbirgt.
  • Im Hochsommer ist der Norden die angenehmste Ecke des Landes. In Hokuriku (Kanazawa) und in Tōhoku begann der Sommer 2026 offiziell erst am 4. August, und es ist dort spürbar milder als im Westen. Wer Kanazawa, die Japanischen Alpen oder Tōhoku für den August eingeplant hat, hat damit die besseren Karten. Nach der langen, nassen Regenzeit planen wir Bergstrecken dort weiterhin mit einem Blick auf die amtlichen Warnungen.
  • Nach der Regenzeit sind die Hortensien vorbei, Hokkaidō bleibt der Ausweg. Die Ajisai-Saison auf dem Festland endet im Juli; danach lässt sie sich nur noch in höheren Lagen und weiter im Norden erleben. Wer der Sommerhitze ganz ausweichen möchte, kombiniert das Hauptland mit zwei bis vier Tagen Hokkaidō – diese Empfehlung gilt 2026 wie jedes Jahr.

Regenzeit in Tokio 2026

In Tokio ist die Regenzeit seit dem 20. Juli vorbei; danach bestimmte die Sommerhitze den Tagesablauf. Begonnen hatte sie am 7. Juni, etwa im langjährigen Mittel. Wer die Stadt in dieser Phase erlebt, bekommt schwüle Tage, kurze und teils kräftige Schauer und dazwischen trockene, sonnige Stunden – und rund ein bis zwei Wochen nach dem Eintritt erreichen die berühmten Ajisai-Tempel in Kamakura und in der Stadt ihren Höhepunkt.

Regenzeit in Okinawa 2026

Auf Okinawa ist die Regenzeit schon seit dem 29. Juni vorbei, auf den Amami-Inseln seit dem 1. Juli; danach herrschte dort stabiler Hochsommer. Sie beginnt hier am frühesten – 2026 bereits Anfang Mai – und ist tropischer als auf dem Festland: feucht-warm, mit kräftigen, aber meist kurzen Schauern. Das Ende liegt üblicherweise zwischen Mitte und Ende Juni, rechtzeitig vor der stabilen Hochsommerhitze. Wer im Sommer hierherreist, verfolgt am besten die Taifun-Lage; den jeweils aktuellen Stand halten wir weiter oben in diesem Artikel fest. Ob sich Okinawa überhaupt als Teil Ihrer Rundreise lohnt und wo es in die Route gehört, zeigen wir in unserem Ratgeber Okinawa in der Japan-Rundreise.

Fallbeispiel: Taifun Nr. 6 – wie ein Taifun 2026 wirklich verlief

Taifun Nr. 6 (Jangmi) war Anfang Juni 2026 der erste Sturm der Saison, der Japan erreichte – und pro Region trotzdem meist nach einem halben bis einen Tag vorüber. Dieses konkrete Beispiel aus diesem Jahr zeigt gut, was ein Taifun für eine Reise praktisch bedeutet. Entstanden am 27. Mai östlich der Philippinen, näherte er sich am 1. Juni Okinawa, zog am 2. Juni an Kyūshū und Shikoku vorbei und traf am frühen Morgen des 3. Juni (kurz vor 5 Uhr) bei Wakayama auf der Kii-Halbinsel auf das Festland. Das war der viertfrüheste Landgang seit Beginn der Statistik 1951 und der erste Juni-Landgang seit 14 Jahren – im langjährigen Mittel gehen drei Taifune pro Jahr in Japan an Land. Anschließend zog er an der Pazifikküste über Tōkai bis Kantō und wandelte sich noch am Abend des 3. Juni (gegen 21 Uhr) östlich von Tokyo in ein gewöhnliches Tief um.

Tatsächliche Zugbahn von Taifun Nr. 6 (Jangmi) im Juni 2026 auf einer Karte der Japanischen Wetterbehörde: von Süden kommend westlich an Okinawa vorbei, südlich an Kyūshū und Shikoku, Landgang bei Wakayama am 3. Juni, dann entlang der Pazifikküste nach Nordosten bis östlich von Kantō, wo der Sturm zu einem außertropischen Tief wurde.Stand: 3. Juni 2026, 21 Uhr27. Mai · Entstehung1. Juni · Okinawa3. Juni, kurz vor 5 Uhr · Landgang Wakayama3. Juni abends · außertropisch

Stärke im Höhepunkt

  • Kerndruck min. ca. 975 hPa
  • max. Wind ca. 30 m/s (10-Min-Mittel)
  • Sturmfeld (ab 25 m/s): Radius bis ca. 190 km
  • Starkwindfeld (ab 15 m/s): bis ca. 650 km
Tatsächliche Zugbahn von Taifun Nr. 6 (Jangmi), 27. Mai bis 3. Juni 2026: westlich an Okinawa vorbei, südlich an Kyūshū und Shikoku, Landgang bei Wakayama (Kii-Halbinsel) am frühen 3. Juni, danach an der Pazifikküste nach Nordosten – am Abend östlich von Kantō (36° N, 144° O) in ein außertropisches Tief übergegangen. Deutschsprachige Beschriftung von Japan Privat. Quelle / Kartengrundlage: Japanische Wetterbehörde (JMA).

Der zeitliche Ablauf

ZeitpunktRegionWas geschah
27. Maiöstl. der PhilippinenEntstehung als Taifun Nr. 6 (Jangmi)
1. JuniOkinawastärkste Annäherung; Fähren und Flüge gestrichen, Einschienenbahn in Naha ganztägig eingestellt
2. JuniAmami, Süd-Kyūshū, Shikokuzieht an der Südküste nach Osten; örtlich sintflutartiger Regen, Sturmböen
3. Juni, kurz vor 5 UhrKinki – Wakayama (Kii-Halbinsel)Landgang auf dem Festland – viertfrühester Landgang seit Beginn der Statistik 1951; heftiger Regen und Sturm, danach Zug Richtung Tōkai
3. JuniTōkai, Kantō (Tokyo)Regen- und Windmaximum am Morgen, im Berufsverkehr; am Abend zog der Regen bereits ab
3. Juni, 21 Uhröstlich von KantōÜbergang in ein außertropisches Tief – der Sturm zieht ab

Wie stark war es – und wie lange?

Entscheidend für die Einordnung: In jeder einzelnen Region dauerte das eigentliche Unwetter meist nur einen halben bis einen Tag. Der Sturm wanderte zügig weiter, das schwere Wetter zog mit ihm. Die inzwischen gemessenen Werte zeigen aber, dass es an der Pazifikküste durchaus ernst war – mit teils rekordverdächtigen Regenmengen:

  • Regenmengen (gemessen): In der Präfektur Mie (Tōkai) fielen in Owase rund 535 mm in 24 Stunden, auf der Kii-Halbinsel örtlich 320–380 mm, in der Präfektur Kōchi über 400 mm. In Tokyo fielen 173 mm in zwölf Stunden – jeweils die höchsten Juni-Werte seit Beginn der Aufzeichnungen.
  • Rekorde: Allein in der Präfektur Mie stellten zehn von zwanzig Messstationen einen neuen Juni-Niederschlagsrekord auf; im Kansai-Binnenland (u. a. Nara, Yao, Kōbe) wurde der höchste Juni-Wind der Messgeschichte erreicht.
  • Wind (gemessen): Spitzenböen bis etwa 35 m/s (rund 125 km/h) auf den Izu-Inseln, an der Küste verbreitet 25–29 m/s.
  • Folgen: In Tokushima, Wakayama und Mie bildeten sich „lineare Niederschlagsbänder“ (senjō kōsuitai); für den Fluss Kozagawa in Wakayama galt zum ersten Mal die höchste Warnstufe 5.

Ehrlich gesagt: Das ist kein Wetter, bei dem man unbeschwert unterwegs ist. Aber es war eben auch auf wenige Stunden je Ort begrenzt – und gut einen Tag vorher absehbar.

Auswirkungen auf den Verkehr

Am stärksten betroffen war der Flugverkehr: Für den 3. Juni strichen die beiden großen Airlines (JAL und ANA) zusammen rund 600 Flüge – fast 80.000 Reisende mussten umplanen, auch an den Drehkreuzen Haneda und Narita. Beim Shinkansen kam es vor allem auf der Tōkaidō- und der Yamagata-Linie zeitweise zu eingeschränktem Betrieb; im Nahverkehr rund um Tokyo fielen einzelne Linien und Express­züge aus. Nach dem Durchzug normalisierte sich der Bahnverkehr meist innerhalb weniger Stunden – der Shinkansen ist gegenüber Wind und Regen vergleichsweise robust.

Was Reisende daraus lernen können

  • Vorlauf: Die Wetterbehörde warnte schon am 31. Mai vor dem Verlauf – also rund zwei bis drei Tage, bevor der Sturm Honshū erreichte. Genug Zeit, um einzelne Reisetage umzulegen.
  • Tempo: Pro Region war das Unwetter nach einem halben bis einen Tag vorüber. In Tokyo lag der Höhepunkt am Morgen des 3. Juni, am Abend klarte es bereits auf.
  • Rasche Abschwächung: Obwohl Jangmi am frühen Morgen des 3. Juni bei Wakayama auf das Festland traf, schwächte er sich danach zügig ab und ging noch am selben Abend (3. Juni, gegen 21 Uhr) östlich von Kantō in ein gewöhnliches Tief über.
  • Trotzdem ernst zu nehmen: Zusammen mit der Regenfront brachte er an der Pazifikküste sehr viel Regen. Wer genau an diesem einen, zwei Tagen unterwegs war, brauchte Flexibilität – und genau dafür reicht die Vorwarnzeit: ein, zwei Tage umplanen statt die ganze Reise.

Quellen: Japanische Wetterbehörde (JMA), Informationen zu Taifun Nr. 6; Japan Weather Association (tenki.jp), Meldung zum Landgang bei Wakayama vom 3. Juni 2026 sowie weitere japanische Medienberichte, Stand 4. Juni 2026; die Uhrzeit des Landgangs nach der abschließenden Auswertung der Wetterbehörde vom 29. September 2026 (zuvor vorläufig gegen 4:30 Uhr). Die Regen- und Windangaben sind gemessene AMeDAS-Vorabwerte vom 3. Juni; die endgültig geprüften Werte veröffentlicht die JMA nachträglich.

Vor- und Nachteile einer Regenzeit-Reise

Vorweg das Ergebnis: Eine Juni-Reise lohnt sich vor allem wegen der Hortensien-Hochsaison, des geringeren Andrangs und niedrigerer Preise; die Nachteile sind Schwüle, gelegentliche Schauer und häufiger wolkenverhangene Aussichtspunkte. Wir möchten Ihnen kein einseitiges Bild zeichnen. Eine Reise im Juni hat klare Vorteile – und ebenso klare Schattenseiten. Beides nebeneinander:

VorteileNachteile
Hortensien-Hochsaison – Tempel und Gärten in BestformSchwüle Luft, vor allem in Kansai und Kyūshū
Weniger Touristen – Kirschblüten- und Herbstlaub-Andrang ist vorbeiGelegentliche Schauer können Tagesplanung verschieben
Niedrigere Preise – Ryokan und Hotels in der Nebensaison günstigerAussichtspunkte (Fuji, Alpen) öfter wolkenverhangen
Tiefes Grün – Moos- und Waldgärten in BestformWanderwege rutschiger, einige Bergrouten erst ab Juli offen
Stille Stimmungen – Tempelhöfe im Regen sind ein Erlebnis für sichWäsche trocknet langsamer; Kleidung schimmelanfällig

Unser ehrliches Fazit zu diesem Abschnitt: Wer auf strahlend blauen Himmel und perfekte Fuji-Sicht angewiesen ist, sollte die Regenzeit umgehen. Wer sich auf Atmosphäre, Pflanzen und ruhigere Tempel einlassen kann, gewinnt im Juni mehr, als er an Sonne verliert.

Eine Juni-Reise zu Hortensien-Tempeln?

Wir planen Ihre Route so, dass Sie die Ajisai-Hochblüte in der jeweiligen Region erwischen – und vor Ort tagesaktuelle Wetterhinweise haben.

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Ajisai-Wunder – Hortensien-Tempel im ganzen Land

Wenn die Regenzeit Japans eine heimliche Hauptdarstellerin hat, dann die Ajisai – die japanische Hortensie. Mehr als ein Dutzend Tempel und Schreine im ganzen Land sind seit Jahrhunderten als Ajisai-dera („Hortensien-Tempel“) bekannt. Manche pflegen Hunderte, andere mehrere Tausend Pflanzen – und der Höhepunkt der Blüte fällt genau in die Tsuyu.

Hier eine Auswahl der schönsten Orte, geordnet nach Reiseregion. Die Blütezeit verschiebt sich jedes Jahr um etwa eine Woche – die angegebenen Daten sind Durchschnittswerte.

Purpur und weiße Hortensien (Ajisai) in voller Blüte – typisches Bild des japanischen Frühsommers in Tempelgärten
Hortensien in den klassischen Farben Japans – von tiefem Purpur über Hellviolett bis Weiß, je nach Bodenmineralstoff.

Kamakura – die Klassiker bei Tokyo

Eine knappe Stunde mit dem Zug aus Tokyo: Kamakura ist der Ajisai-Ort Japans schlechthin, und das spürt man auch an den Besucherzahlen. Wer früh kommt – vor 9 Uhr morgens – erlebt diese Tempel trotzdem in ihrer ruhigen Schönheit.

  • Meigetsu-in (明月院) – Der Inbegriff des „Ajisai-dera“. Die berühmten „Meigetsu-Blau“-Hortensien (rund 2.500 Pflanzen) blühen Mitte Juni in einem einheitlichen, fast surrealen Blauton. Die Steinstufen zum Tempeleingang gehören zu den meistfotografierten Bildern Japans.
  • Hase-dera (長谷寺) – Auf einer Anhöhe mit Blick auf das Meer. Etwa 2.500 Hortensien in Pink-, Violett- und Blautönen säumen einen Wanderweg um den Tempel; einlassgeregelt mit Zeitfenster – frühe Anreise lohnt sich.
  • Jōchi-ji (浄智寺) – Weniger bekannt, deutlich ruhiger, zwischen Meigetsu-in und Engaku-ji gelegen. Ein bewachsener Bambushain mit Hortensien am Rand – eher Atmosphäre als Spektakel.

Kyoto & Uji – Hortensien in der alten Hauptstadt

  • Mimuroto-ji (三室戸寺) bei Uji – Mit rund 10.000 Hortensien einer der größten Bestände Japans. Im Juni gibt es abends Beleuchtung; die berühmten herzförmigen Hortensien finden sich am südlichen Ende des Gartens. Hochblüte Mitte bis Ende Juni.
  • Fujinomori-jinja (藤森神社) – Ein Shintō-Schrein im Süden Kyotos mit etwa 3.500 Hortensien in zwei abgetrennten Gärten. Weniger touristisch als Mimuroto-ji, ideal für Reisende, die schon in Kyoto sind.
  • Yoshimine-dera (善峯寺) – Ein Bergtempel westlich Kyotos. Hortensien wachsen an einem Hang über den ganzen Tempelweg verteilt; herrliche Aussicht ins Kyotoer Becken bei klarem Wetter.

Nara – der ursprüngliche Hortensien-Tempel

Wer Nara mit Kyoto kombiniert, sollte Yata-dera (矢田寺) einplanen – historisch der Ursprung der japanischen Ajisai-dera-Tradition. Etwa 8.000 Hortensien in 60 Sorten, deutlich ruhiger als die Kyotoer und Kamakuraer Tempel. Eine eher meditative Erfahrung als ein Spektakel – genau das, was die Regenzeit eigentlich verspricht.

Großraum Tokyo – die Stadtnahen

  • Takahata Fudōson (高幡不動尊) – Etwa eine Stunde mit der Keiō-Linie aus Shinjuku. Rund 7.000 Hortensien auf einem Tempelhügel; deutlich weniger Besucher als in Kamakura, dafür der intime Charakter eines Stadtteiltempels.
  • Hakone-Bergbahn-Strecke – Wenn Sie ohnehin nach Hakone reisen, ist der Frühsommer eine gute Wahl: Die kurvige Schmalspurbahn fährt zwischen Mitte Juni und Anfang Juli durch ganze Hortensien-Korridore. Sie drosselt dort stellenweise eigens das Tempo.

Norden und Süden – wenn Sie ausweichen möchten

Auf Hokkaidō blühen die Hortensien später (Juli bis Anfang August) und in einem kühleren Klima – die Insel ist generell ein gutes Ausweichziel, wenn das Festland in Tsuyu liegt. In Kyūshū ist vor allem der Senkō-ji bei Kurume (Präfektur Fukuoka) mit rund 7.000 Hortensien an seinen Hängen einen Umweg wert; in der Region Chūgoku lohnt der Hortensien-Pfad am Kibitsu-Schrein in Okayama – beide abseits der überlaufenen Kansai-Klassiker. Wer generell nach solchen stillen Orten fernab der großen Touristenströme sucht, findet weitere Anregungen in unseren Japan-Geheimtipps.

Weiße Annabelle-Hortensien in voller Blüte entlang eines stillen Tempelpfades in Japan – typisches Bild der ruhigeren Ajisai-Orte abseits der Kamakuraer und Kyotoer Klassiker
Stille Hortensien-Wege abseits der bekannten Tempel – weiße Annabelle-Sorten geben kleineren Gärten in Japan ihre eigene, leisere Hochsaison.

Praktischer Hinweis zur Hochblüte

Die Hortensien-Hochsaison verschiebt sich jedes Jahr um etwa eine Woche, je nach Wetter. Verlässliche Echtzeit-Auskunft geben die Tempel-Websites (oft mit täglicher Blütenstatus-Anzeige in Prozent) sowie die App Tenki.jp. Für deutschsprachige Gäste übernehmen wir diese tagesaktuelle Recherche gerne mit.

Soll ich die Taifun-Saison meiden?

Unsere kurze Antwort: nicht pauschal. Wer eine fest getaktete Rundreise plant, fährt im August und September ein gewisses Risiko; wer flexibel reist und Pufferzeit einplant, kann die Taifun-Saison gut bereisen – besonders in den nördlichen Regionen. Diese Frage wird uns oft gestellt – und die Antwort hängt mehr von Ihrer Reiseart als vom Kalender ab. Der Spätsommer hat schließlich auch seine schönen Seiten: Feste, Feuerwerk und die Obon-Zeit. Welche das sind, lesen Sie in unserem Beitrag zum Sommer in Japan.

Wenn Sie eine Rundreise mit fester Route planen – etwa Tokyo → Hakone → Kyoto → Hiroshima → Miyajima in vierzehn klar getakteten Tagen –, kann ein Taifun im August oder September tatsächlich zu Frustration führen. Ausfälle von Hochgeschwindigkeitszügen, geschlossene Sehenswürdigkeiten und kurzfristige Ryokan-Umbuchungen kosten Nerven, vor allem ohne Vermittlung vor Ort.

Wenn Sie flexibel reisen – wenige feste Termine, Bereitschaft, zwei Tage länger an einem Ort zu bleiben, gute Innenraum-Alternativen (Museen, Onsen, Restaurantbesuche) –, ist auch August und September kein Ausschlusszeitraum. Bei uns waren Gäste, die einen Taifun in einem ländlichen Ryokan in Tōhoku „ausgesessen“ haben und die zwei stillen Tage später als emotionalen Höhepunkt der Reise bezeichneten.

Klare Empfehlung von uns:

  • Anfänger-Reisende mit Erstbesuch und festem Plan: lieber Mai, Juni (Anfang/Mitte), Oktober oder November.
  • Erfahrene Japan-Reisende mit Bereitschaft zur Flexibilität: August und September funktionieren – vor allem in nördlicheren Regionen (Tōhoku, Hokkaidō).
  • Familien mit kleinen Kindern: Taifun-Wochen besser meiden, alleine schon wegen der Hitze und Luftfeuchtigkeit. Wie sich eine Japanreise mit Kindern entspannt planen lässt, zeigen wir in unserem Familien-Guide.

Praktische Tipps für Tsuyu und Taifun-Saison

Was Sie in den Koffer packen sollten

  • Faltschirm statt Regenjacke. In der Schwüle des Juni schwitzen Sie unter einer Regenjacke schneller, als der Regen Sie nass machen kann. Ein hochwertiger Faltschirm (in jedem japanischen Bahnhof für 500–1.500 ¥ erhältlich, falls nötig) ist die bessere Wahl.
  • Atmungsaktive Kleidung. Leinen, dünne Baumwolle und schnelltrocknende Funktionsstoffe sind angenehmer als enge Kunstfasern.
  • Zweites Paar Schuhe. Auch wasserdichte Schuhe brauchen über Nacht oft Lüftung. Ein Wechsel ist Gold wert.
  • Wäschebeutel. Feuchte Kleidung muss man bis zum Hotel transportieren – ein wasserdichter Beutel im Tagesrucksack ist die einfachste Lösung.
  • Mini-Handtuch. Japaner führen ständig ein kleines Handtuch mit sich – für Hände, Stirn, Brillengläser. Im Sommer und in der Regenzeit unverzichtbar.

Apps und Informationen

  • Tenki.jp oder Weathernews – die zuverlässigsten Wetter-Apps Japans, mit stundengenauen Regen-Radar-Vorhersagen. Beide haben englische Versionen.
  • Japan Meteorological Agency (JMA) – die offizielle Wetterbehörde. Für Taifun-Verläufe und Warnstufen die verlässlichste Quelle (auch auf Englisch).
  • NHK World – englischsprachige TV-App mit aktuellen Wetter-Updates, vor allem im Taifun-Fall.

Wenn ein Taifun kommt

  • Drei Tage vorher: Reisepläne überprüfen, alternative Innenraum-Aktivitäten am Zielort identifizieren.
  • 24 Stunden vorher: Lebensmittel und Wasser für einen halben Tag im Hotel haben (Konbini sind oft am Vortag leergekauft).
  • Am Taifun-Tag: Im Hotel oder Ryokan bleiben. Ein Tag im Onsen mit gutem Buch ist eine zutiefst japanische Erfahrung.
  • Tag danach: Auf den Hauptstrecken fährt der Bahnverkehr meist binnen weniger Stunden wieder – die meisten Gäste reisen erfahrungsgemäß am selben Tag weiter. Wo Strecken beschädigt sind, kann es Tage oder Wochen dauern.
  • Bei Wolkenbruch: oben bleiben. In japanischen Städten kommt das Wasser meist nicht vom Fluss, sondern von innen – die Kanalisation fasst die Menge nicht mehr (naisui hanran). Gefährlich sind dann die tiefen Stellen: Unterführungen, abgesenkte Straßenabschnitte, Untergeschosse und Tiefgaragen. Wie tief das Wasser in einer Unterführung steht, sieht man ihr von außen nicht an – wer mit dem Mietwagen unterwegs ist, wartet diese eine Stunde besser oben ab.
  • Eine Etappe nicht auf den angekündigten Wiederaufnahmetag legen. Wenn eine unterbrochene Bahnstrecke ein Datum für die Wiederaufnahme nennt, ist das eine Absicht unter Wettervorbehalt. Im Sommer 2026 ist ein solcher Termin nach hinten gerückt, und an einer anderen Strecke wurde der Betrieb wieder eingestellt, nachdem sie schon wieder fuhr. Legen Sie eine Etappe deshalb auf den Tag danach. Und prüfen Sie bei Abschnitten, die an einem einzigen Zubringer hängen, vorher, ob es überhaupt einen Ersatzverkehr gibt: Auf Nebenstrecken im Bergland und bei Inselverbindungen gibt es oft keinen.

Wenn Sie mit dem Mietwagen unterwegs sind

Seit dem 1. September 2026 gilt auf japanischen Neben- und Wohnstraßen ohne Mittellinie eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h statt bisher 60. Betroffen sind rund 870.000 Straßenkilometer, also fast alles abseits der Hauptstraßen. Anders als in Europa steht das dort in aller Regel nicht angeschrieben: Kein Schild bedeutet in Japan nicht „keine Begrenzung“, sondern genau diese. Wer 30 km/h und mehr darüber liegt, zahlt kein Verwarnungsgeld, sondern wird strafrechtlich verfolgt und darf in der Regel 30 Tage lang nicht mehr fahren.

Sommerreise mit Vor-Ort-Begleitung?

Wenn Taifune auftreten, organisieren wir Ihre Umbuchungen, alternativen Verbindungen und das Gepäck-Forwarding – in Echtzeit, auf Deutsch.

Sommerreise individuell planen

Wenn Sie ausweichen möchten

Wenn Sie nach diesem Artikel zu dem Schluss kommen, dass weder Tsuyu noch Taifun-Saison Ihre Idee von Japan sind – vollkommen verständlich. Es gibt drei Zeitfenster, die wir Anfängern besonders empfehlen:

  • Anfang bis Mitte Mai – Nach den Kirschblüten, vor der Regenzeit. Frische Tempel, mildes Wetter, niedrigere Preise als zur Sakura-Hochsaison.
  • Mitte Oktober bis Mitte November – Der Beginn des Herbstlaubs in Tōhoku und den japanischen Alpen; ruhiges Wetter, klare Luft. Alles dazu in unserem Guide zum Herbstlaub in Japan.
  • Ende März bis Anfang April – Klassische Sakura-Hochsaison, mit allen Vorteilen (Schönheit) und Nachteilen (Andrang, Preise). Wann die Blüte 2027 wo erwartet wird und wie früh Sie buchen sollten, steht in unserem Guide zur Kirschblüte in Japan 2027.

Eine ausführliche Aufschlüsselung aller Jahreszeiten finden Sie in unserem separaten Artikel Beste Reisezeit Japan 2026: Der ultimative Guide.

Häufige Fragen

Wann ist die Regenzeit in Japan 2026?

Die Regenzeit (Tsuyu) beginnt in Okinawa Anfang Mai und erreicht Anfang Juni das Festland. In Kyūshū, Shikoku und dem größten Teil von Honshū dauert sie etwa von Anfang Juni bis Mitte Juli, in Tōhoku (Nord-Honshū) von Mitte Juni bis Ende Juli. Hokkaidō hat keine ausgeprägte Regenzeit. Die konkreten Eintritts- und Endtermine gibt die Japanische Wetterbehörde (JMA) jedes Jahr regional bekannt; sie verschieben sich jährlich um einige Tage bis zu einer Woche. Wann die einzelnen Regionen 2026 aus der Regenzeit herausgekommen sind – zuletzt Hokuriku und Tōhoku am 4. August –, lesen Sie im Abschnitt Aktueller Stand: Regenzeit & Taifun 2026.

Regnet es während Tsuyu wirklich jeden Tag?

Nein. Die Regenzeit besteht aus einer Mischung von grauen, schwülen Tagen, kurzen heftigen Schauern und einzelnen sonnigen Stunden. Im Durchschnitt regnet es an etwa der Hälfte der Tage, oft nur stundenweise – eine komplette Tagesplanung wird selten unmöglich.

Wann ist die Taifun-Saison in Japan?

Offiziell von Juni bis Oktober, mit klarem Schwerpunkt im August und September. Im langjährigen Mittel gehen etwa drei Taifune pro Jahr in Japan an Land; rund zwölf kommen nahe genug, um das Wetter spürbar zu beeinflussen. Die Japanische Wetterbehörde (JMA) veröffentlicht die voraussichtliche Zugbahn bis zu fünf Tage im Voraus – kurzfristige Routenänderungen sind also gut möglich.

Wie viele Taifune gibt es in Japan 2026?

Das schwankt von Jahr zu Jahr. Wichtiger als die Gesamtzahl ist für Reisende, wie viele Taifune Japan tatsächlich erreichen: Im langjährigen Mittel gibt es etwa drei direkte Landgänge pro Jahr, weitere streifen die Küsten. Wie viele Taifune sich 2026 bislang gebildet haben und wie viele davon Japan erreicht haben, lesen Sie im Abschnitt Aktueller Stand: Regenzeit & Taifun 2026.

Wie lange dauert ein Taifun in Japan?

Pro Region dauert das eigentliche Unwetter meist nur einen halben bis einen Tag – der Sturm zieht zügig weiter, davor wie danach ist der Himmel oft strahlend blau. Über eine einzelne Region bewegt sich ein Taifun in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden. Weil die Japanische Wetterbehörde (JMA) die voraussichtliche Zugbahn bis zu fünf Tage im Voraus veröffentlicht, lässt sich ein betroffener Reisetag fast immer flexibel umplanen.

Sind Hortensien-Tempel überlaufen?

Die bekanntesten Tempel wie Meigetsu-in in Kamakura oder Mimuroto-ji in Uji haben von Mitte bis Ende Juni Hochsaison – frühmorgens oder am späten Nachmittag bleibt es aber auch dort entspannter. Wer ausweichen möchte, findet in Yata-dera (Nara) oder bei kleineren Tempeln deutlich ruhigere Bedingungen.

Lohnt sich eine Japanreise im Juni überhaupt?

Für Reisende, die Hortensien lieben, ruhigere Sehenswürdigkeiten und niedrigere Preise schätzen, ist Juni eine der schönsten Reisezeiten – vorausgesetzt, Sie reisen mit den richtigen Erwartungen und der passenden Ausrüstung. Wer auf strahlend blauen Himmel angewiesen ist, sollte besser in den Mai oder in den Oktober ausweichen.

Unser Fazit

Tsuyu und Taifun-Saison sind keine Reise-Tabus, sondern Reisezeiten mit eigenem Charakter. Die Regenzeit schenkt Ihnen Hortensien in voller Pracht, ruhigere Tempel und niedrigere Preise – der Preis dafür sind ein paar Schauer und eine Schwüle, die mit der richtigen Ausrüstung gut zu meistern ist. Die Taifun-Saison ist anspruchsvoller, aber kein Ausschlussgrund – vor allem nicht für flexibel reisende Gäste oder bei Routen in den nördlichen Regionen Japans.

Unser Rat ist immer derselbe: Bauen Sie Ihre Reise um das, was Sie suchen, nicht um das, was Sie vermeiden wollen. Wenn Sie Ajisai, Moosgärten im Regen und stille Tempel suchen, ist der Juni Ihr Monat. Wenn Sie die blaue Fuji-Sicht und makellose Wandertage wollen, sind Mai oder Oktober besser. Beides ist legitim. Beides ist Japan.

Wir sind Japan Privat: ein in Japan ansässiger, auf Deutsch beratender Reiseveranstalter für individuelle Japanreisen. Wenn Sie überlegen, ob die Regenzeit für Sie das Richtige ist – oder wie Sie eine Sommerreise mit Taifun-Risiko abfedern können –, sprechen Sie uns gerne unverbindlich an.

30 Minuten Erstgespräch – kostenfrei und unverbindlich

Erzählen Sie uns, was Sie sich von Ihrer Japanreise erhoffen. Wir hören zu, stellen Fragen – und entscheiden gemeinsam, ob Juni, Juli oder eine andere Reisezeit zu Ihnen passt.

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Über den Autor

Kentaro Asakura, Gründer von Japan Privat

Kentaro Asakura

Gründer von Japan Privat · Japan-Kenner, der Sie auf Deutsch begleitet

Kentaro Asakura ist in Japan geboren und aufgewachsen. In seinen Jahren in München lernte er fließend Deutsch sprechen und begegnete dort seiner späteren Frau, einer Deutschen – gemeinsam kehrten sie nach Japan zurück. Mit Japan Privat plant er seit über zehn Jahren individuelle Reisen für Gäste aus dem deutschsprachigen Raum – auf Deutsch, mit dem Blick eines Einheimischen und einem Gespür dafür, was Reisende aus dem deutschsprachigen Raum erwarten.