Regenzeit & Taifun-Saison in Japan 2026 – Wann reisen, wann meiden?
Inhaltsverzeichnis
- Regen ≠ Reiseende
- Was ist Tsuyu – die Regenzeit?
- Regenzeit nach Region
- 2026 Update: Tsuyu-Prognose (Stand 22. Juni)
- Was ist die Taifun-Saison?
- 2026 Update: Wie viele Taifune dieses Jahr?
- Fallbeispiel: Taifun Nr. 6 (Chanmi)
- Vor- und Nachteile
- Hortensien-Tempel im ganzen Land
- Soll ich die Taifun-Saison meiden?
- Praktische Tipps
- Wenn Sie ausweichen möchten
- Häufige Fragen
- Unser Fazit
Wenn deutsche Gäste uns nach der Reisezeit fragen, kommt oft eine vorsichtige Bemerkung dazu: „Im Juni wollen wir lieber nicht – wegen der Regenzeit.“ Es ist verständlich. Der Begriff klingt nach grauen Tagen, Schwüle und ruinierten Plänen. In Wahrheit ist Tsuyu – die japanische Regenzeit – eine der unterschätztesten Reisezeiten überhaupt. Und auch die Taifun-Saison im Spätsommer ist deutlich weniger furchteinflößend, als ihr Ruf vermuten lässt. In diesem Artikel erklären wir Ihnen ehrlich, was Sie erwartet, welche Regionen besonders betroffen sind, wann sich eine Reise im Juni geradezu lohnt – und wann wir Ihnen abraten würden.
Das Wichtigste in Kürze
- Regenzeit (Tsuyu): in Okinawa von Anfang Mai bis Ende Juni, auf dem Festland meist von Anfang Juni bis Mitte Juli, in Tōhoku von Mitte Juni bis Ende Juli. Hokkaidō hat praktisch keine Regenzeit.
- Regnet es jeden Tag? Nein. Im Schnitt regnet es an etwa der Hälfte der Tage, oft nur stundenweise – dazwischen bleibt es oft bewölkt und schwül, mit einzelnen trockenen und sonnigen Phasen.
- Taifun-Saison: Juni bis Oktober mit Schwerpunkt im August und September; drei bis sieben Tage Vorwarnzeit machen kurzfristige Planänderungen möglich.
- Lohnt sich der Juni? Für Hortensien, ruhigere Tempel und niedrigere Preise: ja – mit der richtigen Ausrüstung und realistischen Erwartungen.
Sie planen eine individuelle Japanreise? Dieser Beitrag ist Teil unseres großen Überblicks. Den kompletten Guide – mit Reisezeit, Routen, Kosten und Planung – finden Sie hier: Japan Individualreisen 2026 – der komplette Guide.
Was ist Tsuyu – die Regenzeit?
Tsuyu (梅雨, wörtlich „Pflaumenregen“) ist die jährliche Regenphase, die durch das Aufeinandertreffen warmer pazifischer und kühlerer kontinentaler Luftmassen über Japan entsteht. Sie dauert pro Region etwa vier bis sechs Wochen und ist seit über tausend Jahren ein fester Bestandteil des japanischen Kalenders – Pflaumen werden während dieser Zeit reif, Reisfelder geflutet, die Hortensien (Ajisai) zeigen sich in voller Pracht.
Ein verbreitetes Missverständnis: Tsuyu bedeutet nicht durchgängigen Dauerregen. Die Wirklichkeit ist viel uneinheitlicher:
- Etwa die Hälfte aller Tage ist regenfrei oder hat nur kurze Schauer am Abend.
- Heftige Stundenregen wechseln sich mit trockenen, teils sonnigen Phasen ab – sogar an einem Tag.
- Die Luftfeuchtigkeit liegt häufig bei 75–90 % – gefühlt schwüler als die reinen Temperaturen vermuten lassen.
- Temperaturen bewegen sich tagsüber meist zwischen 22 und 28 °C – angenehmer als der Hochsommer ab Ende Juli.
Es ist also weniger ein „Wetter“ als eine Atmosphäre: die Bäume tiefgrün, die Steinlaternen feucht glänzend, die Gärten in einem ruhigeren Licht. Für viele Stammgäste – auch für uns – ist es die ästhetisch dichteste Zeit des Jahres in Japan.
Die Japanische Wetterbehörde (JMA) definiert Tsuyu als das Phänomen vermehrter Regen- und Wolkentage vom Spätfrühling bis in den Sommer – beziehungsweise als diesen Zeitraum selbst. In dieser Phase liegt eine ost-west-gerichtete, ortsfeste Regenfront (die Baiu-zensen) über Japan; die Regenzeit beginnt im Mai bis Juni in Okinawa und erreicht zuletzt Tōhoku. So beschreibt es die offizielle Erläuterung der JMA.
Regenzeit nach Region
Die Regenzeit wandert von Südwesten nach Nordosten: Sie beginnt Anfang Mai in Okinawa und erreicht Tōhoku erst Mitte Juni – jede Region hat also ihr eigenes Zeitfenster von etwa vier bis sechs Wochen. Der Grund ist die Geografie: Japan ist lang gestreckt – von Okinawa bis Hokkaidō liegen rund 3.000 Kilometer Luftlinie. Die Daten unten sind Durchschnittswerte aus den vergangenen zehn Jahren; jedes Jahr verschiebt sich der konkrete Beginn um etwa eine Woche.
| Region | Regenzeit (∅) | Charakter |
|---|---|---|
| Okinawa & Süd-Kyūshū | Anfang Mai – Mitte/Ende Juni | Beginnt am frühesten, häufig kürzere, dafür intensivere Regengüsse |
| Kyūshū & Shikoku | Anfang Juni – Mitte Juli | Klassische Tsuyu mit hoher Luftfeuchtigkeit; üppige Vegetation |
| Kansai (Kyoto, Osaka, Nara) | Anfang Juni – Mitte Juli | Tempel und Moosgärten besonders schön; vereinzelte Schauer |
| Kantō (Tokyo, Kamakura) | Anfang Juni – Ende Juli | Auch in der Stadt gut zu bewältigen; Hortensien-Höhepunkt Mitte Juni |
| Tōhoku (Nord-Honshū) | Mitte Juni – Ende Juli | Kürzer und kühler; weniger schwül, mehr Berglandschaft im Nebel |
| Hokkaidō | keine ausgeprägte Tsuyu | Vereinzelte Regentage, aber kein zusammenhängender Zeitraum – ideales Ausweichziel |
Praktische Konsequenz: Eine Japanreise im Juni muss nicht durchgängig Tsuyu bedeuten. Wer das Hauptland in Kyoto und Tokyo besucht und ein paar Tage Hokkaidō anschließt, erlebt fast zwei Wetterregime in einer Reise – das ist eine der Schönheiten dieses Landes.
2026 Update: Tsuyu-Prognose – Stand 22. Juni
Der aktuelle Stand zuerst – 22. Juni 2026: Ganz Japan außer Hokkaidō ist in der Regenzeit, mit Eintrittsterminen von Anfang Mai (Okinawa) bis zum 21. Juni (Nord-Tōhoku). Wie diese Termine zustande kommen: Die Japan Weather Association (Nihon Kishō Kyōkai, der größte private Wetterdienst Japans) aktualisiert ihre Tsuyu-Prognose im Mai mehrfach; anschließend bestätigt die Japanische Wetterbehörde (JMA) den tatsächlichen Beginn Region für Region.
Innerhalb weniger Tage ist die Regenzeit so über fast das ganze Land gewandert: Bis zum 4. Juni 2026 war bereits ganz Westjapan eingetreten – von Süd-Kyūshū (1. Juni) über Shikoku (2. Juni) bis zu Kinki (Kansai mit Kyoto und Osaka), Chūgoku und Nord-Kyūshū am 4. Juni. Am 7. Juni 2026 hat die JMA dann auch für Tōkai (Nagoya) und Kantō-Kōshin (Tokyo, Yokohama) den Tsuyu-Eintritt bekanntgegeben: Kantō-Kōshin punktgenau zum langjährigen Mittel, Tōkai einen Tag später als üblich. Damit ist nun fast das gesamte Festland bis hinauf nach Tokyo in der Regenzeit.
Inzwischen ist auch der Norden so weit: Am 20. Juni hat die JMA den Tsuyu-Eintritt für Hokuriku (Kanazawa) und das südliche Tōhoku bekanntgegeben, am 21. Juni folgte als letzte Region das nördliche Tōhoku – jeweils einige Tage später als im langjährigen Mittel. Damit befinden sich nun alle Regionen Japans außer Hokkaidō in der Regenzeit; Hokkaidō kennt keine ausgeprägte Tsuyu. Mit anderen Worten: Statt auf den Beginn schaut man jetzt eher auf das Ende – die Regenzeit hat ihren Höhepunkt erreicht. Ein offizielles Tsuyu-Ende hat die JMA bis zum 22. Juni für keine Region gemeldet, auch nicht für Okinawa. Aktuell beobachten wir die Lage täglich.
- Bereits eingetreten (Anfang Mai – 21. Juni)
- Keine Regenzeit (nur Hokkaidō)
Datenquelle: Japan Weather Association (Nihon Kishō Kyōkai / tenki.jp) für die langjährigen Mittel; Tsuyu-Eintritte nach Bekanntgabe der Japanischen Wetterbehörde (JMA) (vorläufige Werte, Stand 22. Juni 2026). Hokuriku (Japan-See-Seite der Region Chūbu) ist am 20. Juni eingetreten, Tōhoku am 20./21. Juni – damit ist ganz Japan außer Hokkaidō in der Regenzeit. Kartengrundlage: Wikimedia Commons (Public Domain).
| Region | Beginn der Regenzeit 2026 | Vergleich zum Durchschnitt |
|---|---|---|
| Amami (Süd-Ryūkyū) | um den 3. Mai | früher als üblich (bereits eingetreten) |
| Okinawa | um den 4. Mai | früher als üblich (bereits eingetreten) |
| Süd-Kyūshū | um den 1. Juni | nahezu im Mittel (bereits eingetreten) |
| Shikoku | um den 2. Juni | 3 Tage früher als üblich (bereits eingetreten) |
| Nord-Kyūshū | um den 4. Juni | im Mittel (bereits eingetreten) |
| Chūgoku (West-Honshū) | um den 4. Juni | 2 Tage früher als üblich (bereits eingetreten) |
| Kinki (Kansai mit Kyoto, Osaka, Nara) | um den 4. Juni | 2 Tage früher als üblich (bereits eingetreten) |
| Tōkai (Nagoya-Region) | um den 7. Juni | 1 Tag später als üblich (bereits eingetreten) |
| Kantō-Kōshin (Tokyo, Yokohama, Mt. Fuji) | um den 7. Juni | im Mittel (bereits eingetreten) |
| Hokuriku (Kanazawa-Region) | um den 20. Juni | rund 9 Tage später als üblich (bereits eingetreten) |
| Süd-Tōhoku | um den 20. Juni | rund 8 Tage später als üblich (bereits eingetreten) |
| Nord-Tōhoku | um den 21. Juni | rund 6 Tage später als üblich (zuletzt eingetreten) |
| Hokkaidō | keine offizielle Regenzeit | unverändert ohne Tsuyu |
Quellen: Japanische Wetterbehörde (JMA), Bekanntgabe der Tsuyu-Eintritte (vorläufige Werte, Stand 22. Juni 2026) für Süd-Kyūshū (1. Juni), Shikoku (2. Juni), Kinki, Chūgoku und Nord-Kyūshū (4. Juni), Tōkai und Kantō-Kōshin (7. Juni) sowie Hokuriku und Süd-Tōhoku (20. Juni) und Nord-Tōhoku (21. Juni). Ergänzend die Japan Weather Association (tenki.jp / Nihon Kishō Kyōkai) für die langjährigen Mittelwerte. Der Tsuyu-Beginn wird zunächst als vorläufiger Wert bekanntgegeben und im Herbst rückwirkend geprüft; die Verschiebung kann einige Tage betragen.
Was bedeutet das für Reisende?
- Ganz Westjapan ist in der Regenzeit: Nach Süd-Kyūshū (1. Juni) und Shikoku (2. Juni) hat die JMA am 4. Juni auch Kinki (Kansai mit Kyoto und Osaka), Chūgoku (Hiroshima) und Nord-Kyūshū (Fukuoka) für eingetreten erklärt – Kinki und Chūgoku sogar zwei Tage früher als im Mittel. Wer dort unterwegs ist, sollte mit feucht-schwülem, wechselhaftem Wetter und kurzen, teils kräftigen Schauern rechnen.
- Jetzt auch Tokyo und Nagoya in der Regenzeit: Am 7. Juni hat die JMA Kantō-Kōshin (Tokyo, Yokohama) und Tōkai (Nagoya) für eingetreten erklärt – Kantō-Kōshin genau im langjährigen Mittel, Tōkai einen Tag später. Damit gilt das wechselhafte Tsuyu-Wetter jetzt auch in Tokyo, Kyoto und Osaka gleichermaßen. Inzwischen ist auch der Norden eingetreten – Hokuriku und das südliche Tōhoku am 20. Juni, das nördliche Tōhoku als letzte Region am 21. Juni. Ganz Japan außer Hokkaidō ist nun in der Regenzeit.
- Hortensienzeit: Die berühmten Ajisai-Tempel rund um Tokyo und Kamakura (Kantō) erreichen ihre volle Pracht meist ein bis zwei Wochen nach Tsuyu-Beginn – bei einem Start am 7. Juni 2026 also voraussichtlich Mitte bis Ende Juni. In Kyoto und Uji (Kansai), wo die Regenzeit schon seit dem 4. Juni läuft, kann der Höhepunkt einige Tage früher liegen.
- Ryūkyū-Inseln: Okinawa und die Amami-Inseln sind bereits seit Anfang Mai in der Regenzeit. Ihr Ende wird für Ende Juni erwartet, offiziell bestätigt ist es aber – wie überall – noch nicht. Wer diese Inseln besucht, sollte mit feucht-warmem Wetter und gelegentlichen Tropenregenschauern rechnen; in der letzten Juniwoche kann zudem Taifun Nr. 7 (siehe unten) das Wetter im Süden beeinflussen.
- Hokkaidō als Ausweich: Wer die Regenzeit ganz umgehen möchte, kombiniert das Hauptland mit zwei bis vier Tagen Hokkaidō. Diese Empfehlung gilt 2026 wie jedes Jahr.
Regenmenge und Ende der Regenzeit 2026
Über die reinen Anfangstermine hinaus sind zwei Dinge für die Planung wichtiger als das exakte Startdatum. Erstens die Regenmenge: Für die zuletzt eingetretenen Regionen Kantō und Tōkai erwartet die Wetterbehörde im kommenden Monat eine Niederschlagsmenge im normalen Bereich oder etwas darüber – also keine außergewöhnliche Dürre, aber auch kein extrem nasses Jahr. Zweitens das Ende der Regenzeit: Wann die Tsuyu endet, lässt sich nicht taggenau vorhersagen, und die JMA bestätigt es erst rückwirkend. Zur Einordnung: Im langjährigen Mittel liegt das Tsuyu-Ende auf dem Festland zwischen Mitte und Ende Juli (in Shikoku etwa um den 17. Juli). Wer Mitte bis Ende Juli unterwegs ist, erlebt also vielerorts den Übergang in den stabileren, dafür heißeren Hochsommer.
Regenzeit in Tokio 2026
Tokio (Kantō) ist 2026 am 7. Juni in die Regenzeit eingetreten – etwa im langjährigen Mittel. Davor blieb der Frühsommer oft mild und freundlich; rund ein bis zwei Wochen nach dem Eintritt erreichen die berühmten Ajisai-Tempel in Kamakura und der Stadt ihren Höhepunkt. Rechnen Sie jetzt mit schwülen Tagen, kurzen, teils kräftigen Schauern und dazwischen auch trockenen, sonnigen Stunden.
Regenzeit in Okinawa 2026
Okinawa und die Amami-Inseln beginnen ihre Regenzeit am frühesten – 2026 bereits Anfang Mai. Hier ist sie tropischer: feucht-warm, mit kräftigen, aber meist kurzen Schauern. Das Ende liegt üblicherweise gegen Ende Juni, rechtzeitig vor der stabilen Hochsommerhitze.
Was ist die Taifun-Saison?
Kurz gesagt: Die Taifun-Saison reicht offiziell von Juni bis Oktober, mit klarem Schwerpunkt im August und September; pro Jahr treffen durchschnittlich drei bis fünf Taifune Japan direkt, und die Vorwarnzeit der JMA beträgt drei bis sieben Tage. Während Tsuyu eine atmosphärische, weiche Saison ist, sind Taifune das andere Extrem: tropische Wirbelstürme im Westpazifik, die im Spätsommer regelmäßig die japanischen Inseln treffen oder streifen. Die offizielle Taifun-Saison reicht von Juni bis Oktober, der Schwerpunkt liegt klar im August und September.
Was Sie als Reisende konkret wissen sollten:
- Anzahl pro Jahr: Drei bis fünf Taifune treffen Japan direkt, weitere streifen die Küsten. Die meisten ziehen über Okinawa und Süd-Kyūshū, einzelne erreichen Kantō oder Tōhoku.
- Vorwarnzeit: Drei bis sieben Tage. Die Japanische Wetterbehörde (JMA) und die Wetter-App von Tenki.jp geben verlässliche Prognosen mit hoher Genauigkeit.
- Dauer eines Taifuns: Pro Region in der Regel 24 bis 48 Stunden mit ernsthaftem Wetter – vorher und nachher oft strahlend blauer Himmel.
- Verkehr: Shinkansen-Strecken und Flüge werden frühzeitig eingestellt, sobald Sturmwarnungen gelten. Nach Durchzug fährt der Bahnverkehr meist binnen weniger Stunden wieder.
Aus unserer Praxis
Ein Taifun während einer dreiwöchigen Reise bedeutet selten den Verlust der ganzen Reise, sondern fast immer nur die Umplanung von ein bis zwei Tagen. Mit professioneller Begleitung vor Ort ist das eine Frage von Stunden – nicht von Tagen.
2026 Update: Wie viele Taifune gibt es dieses Jahr?
Die wichtige Zahl zuerst: Bis Ende Mai 2026 hatten sich bereits sechs Taifune gebildet – rund doppelt so viele wie üblich. Entscheidend ist allerdings, wie viele Taifune Japan tatsächlich erreichen – und dafür erwartet die Japan Weather Association einen weitgehend normalen Bereich mit leichtem Schwerpunkt im August. Wenn die Taifun-Saison früh und kräftig beginnt, taucht in den Nachrichten schnell die Sorge auf, das ganze Jahr werde besonders stürmisch. 2026 ist genau so ein Jahr – und es lohnt sich, die Zahlen ruhig einzuordnen, bevor Sie eine Sommerreise infrage stellen.
Bis Ende Mai 2026 hatten sich im Westpazifik bereits sechs Taifune gebildet – der jüngste, Taifun Nr. 6 (Chanmi), entstand am 27. Mai östlich der Philippinen. Im langjährigen Mittel entstehen bis Ende Mai nur etwa zweieinhalb. Damit liegt 2026 bei rund dem Doppelten des üblichen Tempos. Besonders ungewöhnlich: In jedem einzelnen Monat von Januar bis Mai ist mindestens ein Taifun entstanden. Eine solche durchgehende Serie über fünf Monate gab es seit Beginn der Statistik 1951 erst zweimal – 1965 und 2015. 2026 ist das dritte Mal.
| Kennzahl | 2026 | Durchschnitt (1991–2020) |
|---|---|---|
| Neu gebildete Taifune (Januar–Mai) | 6 | ca. 2,5 |
| Monate mit mindestens einem Taifun (Jan.–Mai) | 5 von 5 | erst zum 3. Mal seit 1951 |
| Taifune pro Jahr insgesamt | Prognose: normaler Bereich | ca. 25 |
| Annäherungen an Japan pro Jahr | Prognose: normaler Bereich, leichter Schwerpunkt im August | ca. 11,7 |
| Direkte Landgänge in Japan pro Jahr | bisher 1 (Taifun Nr. 6, 3. Juni) | ca. 3,0 |
Langjährige Durchschnittswerte (Entstehung ca. 25, Annäherungen ca. 11,7, Landgänge ca. 3,0 pro Jahr): JMA-Taifunstatistik, Mittel 1991–2020.
Was bedeutet das für Ihre Reise? Weniger, als die Schlagzeilen vermuten lassen. Entscheidend ist nämlich nicht, wie viele Taifune im fernen Pazifik entstehen, sondern wie viele Japan tatsächlich erreichen – und wann. Die meisten der früh entstandenen Taifune ziehen weit südlich an Japan vorbei in Richtung Philippinen oder China. Für die Zahl der Stürme, die das Festland im Reisezeitraum betreffen, rechnet die Japan Weather Association für 2026 mit einem im Großen und Ganzen normalen Bereich, mit einem leichten Schwerpunkt im August. Für den Spätsommer und Herbst gilt die übliche Empfehlung: auf einzelne, dann aber kräftige Taifune vorbereitet sein.
Die Zahl der Taifun-Annäherungen an Japan wird voraussichtlich vor allem im August im normalen Bereich oder etwas darüber liegen; ab September wird ein durchschnittlicher Bereich erwartet – auf einzelne, dann gut entwickelte Taifune ist zu achten. So die Einschätzung der Japan Weather Association.
Unsere Einordnung als Veranstalter vor Ort: Ein früher, aktiver Start der Saison ist kein Grund, eine Sommerreise abzusagen. Er bedeutet lediglich, dass wir die Wetterlage ab August besonders aufmerksam verfolgen – so, wie wir es ohnehin jedes Jahr für unsere Gäste tun. Die Vorwarnzeiten von drei bis sieben Tagen geben genug Spielraum, um einzelne Reisetage flexibel umzuplanen.
Aktueller Stand: Doppel-Taifun Nr. 7 (Mekkhala) und Nr. 8 (Higos), 26. Juni
Ende Juni 2026 zeigt sich die Saison gerade von ihrer intensiven Seite – mit gleich zwei Taifunen und einer aktiven Regenfront über Japan. Taifun Nr. 7 (Mekkhala), seit dem 20. Juni aktiv, zieht am 26. Juni als kräftiger Sturm mit Sturmböen an Okinawa vorbei (in Naha wurden bereits Spitzenböen um rund 29 m/s gemessen); für Okinawa und die Amami-Inseln liegt der Höhepunkt um die Mittagszeit des 26. Juni. Anschließend beschleunigt er nach Osten und nähert sich am 27. Juni der Pazifikseite von West- bis Ostjapan, von Kyūshū bis Kantō. Taifun Nr. 8 (Higos) zieht südlich von Japan nordwärts und verliert nach Einschätzung der JMA bis zum 27. Juni seine Taifun-Stärke – seine aktiven Regenbänder erreichen jedoch am Vormittag des 27. Juni die Pazifikküste von Tōkai und Kantō. Schon vor Eintreffen der Sturmzentren facht die feuchte Tropenluft die Regenfront an: In Teilen von Kyūshū fielen bereits 400 bis 500 mm Regen, und die JMA warnt vor Erdrutschen, Überschwemmungen und hohem Wellengang. Für die kommenden zwei Tage werden an der Pazifikseite von Kyūshū bis Kantō verbreitet mehr als 200 mm erwartet, örtlich – etwa im Bergland von Tōkai – bis zu 300 mm; auch in Ballungsräumen wie Tokio, Nagoya und Osaka ist kräftiger Regen möglich. Durch die Wechselwirkung der beiden Taifune bleiben die genauen Zugbahnen unsicher. Wer sich jetzt in den betroffenen Regionen aufhält, sollte die amtlichen Hinweise der JMA ernst nehmen; für die Reiseplanung zeigt sich zugleich das typische Muster der Saison: Solche Lagen sind kräftig, aber meist kurz und einige Tage im Voraus angekündigt – einzelne Reisetage lassen sich damit flexibel umplanen.
Stand: 26. Juni 2026, 20 Uhr (JST)Auch über die nächsten Wochen hinaus bleibt die Saison im Blick: In ihrer Drei-Monats-Prognose vom 23. Juni rechnet die JMA für den Sommer mit einer aktiven Taifun-Saison – seit Beginn der Statistik 1951 ist 2026 erst das dritte Jahr, in dem von Januar bis Juni in jedem Monat ein Taifun entstanden ist. An der Kernbotschaft ändert das nichts: Entscheidend ist nicht die Zahl der Stürme im Pazifik, sondern wie viele Japan im Reisezeitraum tatsächlich erreichen.
Quelle: Japanische Wetterbehörde (JMA) – Pressemitteilung zur Taifun- und Regenfront-Lage (25. Juni 2026), aktuelle Taifun-Informationen, Statistik zur Taifun-Entstehung und Drei-Monats-Prognose (23. Juni 2026) – sowie Taifun-Ausblick 2026 der Japan Weather Association (tenki.jp). Stand 26. Juni 2026. Durchschnittswerte beziehen sich auf den Zeitraum 1991–2020.
Fallbeispiel: Taifun Nr. 6 – wie ein Taifun 2026 wirklich verlief
Taifun Nr. 6 (Chanmi) war Anfang Juni 2026 der erste Sturm der Saison, der Japan erreichte – und pro Region trotzdem meist nach einem halben bis einen Tag vorüber. Dieses konkrete Beispiel aus diesem Jahr zeigt gut, was ein Taifun für eine Reise praktisch bedeutet. Entstanden am 27. Mai östlich der Philippinen, näherte er sich am 1. Juni Okinawa, zog am 2. Juni an Kyūshū und Shikoku vorbei und traf am frühen Morgen des 3. Juni (gegen 4:30 Uhr) bei Wakayama auf der Kii-Halbinsel auf das Festland. Das war der viertfrüheste Landgang seit Beginn der Statistik 1951 und der erste Juni-Landgang seit 14 Jahren – im langjährigen Mittel treffen drei Taifune pro Jahr direkt auf Japan. Anschließend zog er an der Pazifikküste über Tōkai bis Kantō und wandelte sich noch am Abend des 3. Juni (gegen 21 Uhr) östlich von Tokyo in ein gewöhnliches Tief um.
Stand: 3. Juni 2026, 21 Uhr27. Mai · Entstehung1. Juni · Okinawa3. Juni, 4:30 · Landgang Wakayama3. Juni nachts · außertropischDer zeitliche Ablauf
| Zeitpunkt | Region | Was geschah |
|---|---|---|
| 27. Mai | östl. der Philippinen | Entstehung als Taifun Nr. 6 (Chanmi) |
| 1. Juni | Okinawa | stärkste Annäherung; Fähren und Flüge gestrichen, Einschienenbahn in Naha ganztägig eingestellt |
| 2. Juni | Amami, Süd-Kyūshū, Shikoku | zieht an der Südküste nach Osten; örtlich sintflutartiger Regen, Sturmböen |
| 3. Juni, ca. 4:30 | Kinki – Wakayama (Kii-Halbinsel) | Landgang auf dem Festland – viertfrühester Landgang seit Beginn der Statistik 1951; heftiger Regen und Sturm, danach Zug Richtung Tōkai |
| 3. Juni | Tōkai, Kantō (Tokyo) | Regen- und Windmaximum am Morgen, im Berufsverkehr; am Abend zog der Regen bereits ab |
| 3. Juni, 21 Uhr | östlich von Kantō | Übergang in ein außertropisches Tief – der Sturm zieht ab |
Wie stark war es – und wie lange?
Entscheidend für die Einordnung: In jeder einzelnen Region dauerte das eigentliche Unwetter meist nur einen halben bis einen Tag. Der Sturm wanderte zügig weiter, das schwere Wetter zog mit ihm. Die inzwischen gemessenen Werte zeigen aber, dass es an der Pazifikküste durchaus ernst war – mit teils rekordverdächtigen Regenmengen:
- Regenmengen (gemessen): In der Präfektur Mie (Tōkai) fielen in Owase rund 535 mm in 24 Stunden, auf der Kii-Halbinsel örtlich 320–380 mm, in der Präfektur Kōchi über 400 mm. In Tokyo fielen 173 mm in zwölf Stunden – jeweils die höchsten Juni-Werte seit Beginn der Aufzeichnungen.
- Rekorde: Allein in der Präfektur Mie stellten zehn von zwanzig Messstationen einen neuen Juni-Niederschlagsrekord auf; im Kansai-Binnenland (u. a. Nara, Yao, Kōbe) wurde der höchste Juni-Wind der Messgeschichte erreicht.
- Wind (gemessen): Spitzenböen bis etwa 35 m/s (rund 125 km/h) auf den Izu-Inseln, an der Küste verbreitet 25–29 m/s.
- Folgen: In Tokushima, Wakayama und Mie bildeten sich „lineare Niederschlagsbänder“ (senjō kōsuitai); für den Fluss Kozagawa in Wakayama galt zum ersten Mal die höchste Warnstufe 5.
Ehrlich gesagt: Das ist kein Wetter, bei dem man unbeschwert unterwegs ist. Aber es war eben auch auf wenige Stunden je Ort begrenzt – und gut einen Tag vorher absehbar.
Auswirkungen auf den Verkehr
Am stärksten betroffen war der Flugverkehr: Für den 3. Juni strichen die beiden großen Airlines (JAL und ANA) zusammen rund 600 Flüge – fast 80.000 Reisende mussten umplanen, auch an den Drehkreuzen Haneda und Narita. Beim Shinkansen kam es vor allem auf der Tōkaidō- und der Yamagata-Linie zeitweise zu eingeschränktem Betrieb; im Nahverkehr rund um Tokyo fielen einzelne Linien und Expresszüge aus. Nach dem Durchzug normalisierte sich der Bahnverkehr meist innerhalb weniger Stunden – der Shinkansen ist gegenüber Wind und Regen vergleichsweise robust.
Was Reisende daraus lernen können
- Vorlauf: Die Wetterbehörde warnte schon am 31. Mai vor dem Verlauf – also rund zwei bis drei Tage, bevor der Sturm Honshū erreichte. Genug Zeit, um einzelne Reisetage umzulegen.
- Tempo: Pro Region war das Unwetter nach einem halben bis einen Tag vorüber. In Tokyo lag der Höhepunkt am Morgen des 3. Juni, am Abend klarte es bereits auf.
- Rasche Abschwächung: Obwohl Chanmi am frühen Morgen des 3. Juni bei Wakayama auf das Festland traf, schwächte er sich danach zügig ab und ging noch am selben Abend (3. Juni, gegen 21 Uhr) östlich von Kantō in ein gewöhnliches Tief über.
- Trotzdem ernst zu nehmen: Zusammen mit der Regenfront brachte er an der Pazifikküste sehr viel Regen. Wer genau an diesem einen, zwei Tagen unterwegs war, brauchte Flexibilität – und genau dafür reicht die Vorwarnzeit: ein, zwei Tage umplanen statt die ganze Reise.
Quellen: Japanische Wetterbehörde (JMA), Informationen zu Taifun Nr. 6; Japan Weather Association (tenki.jp), Meldung zum Landgang bei Wakayama vom 3. Juni 2026 sowie weitere japanische Medienberichte, Stand 4. Juni 2026. Die Regen- und Windangaben sind gemessene AMeDAS-Vorabwerte vom 3. Juni; die endgültig geprüften Werte veröffentlicht die JMA nachträglich.
Vor- und Nachteile einer Regenzeit-Reise
Vorweg das Ergebnis: Eine Juni-Reise lohnt sich vor allem wegen der Hortensien-Hochsaison, des geringeren Andrangs und niedrigerer Preise; die Nachteile sind Schwüle, gelegentliche Schauer und häufiger wolkenverhangene Aussichtspunkte. Wir möchten Ihnen kein einseitiges Bild zeichnen. Eine Reise im Juni hat klare Vorteile – und ebenso klare Schattenseiten. Beides ehrlich nebeneinander:
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Hortensien-Hochsaison – Tempel und Gärten in Bestform | Schwüle Luft, vor allem in Kansai und Kyūshū |
| Weniger Touristen – Kirschblüten- und Herbstlaub-Andrang ist vorbei | Gelegentliche Schauer können Tagesplanung verschieben |
| Niedrigere Preise – Ryokan und Hotels in der Nebensaison günstiger | Aussichtspunkte (Fuji, Alpen) öfter wolkenverhangen |
| Tiefes Grün – Moos- und Waldgärten in Bestform | Wanderwege rutschiger, einige Bergrouten erst ab Juli offen |
| Stille Stimmungen – Tempelhöfe im Regen sind ein Erlebnis für sich | Wäsche trocknet langsamer; Kleidung schimmelanfällig |
Unser ehrliches Fazit zu diesem Abschnitt: Wer auf strahlend blauen Himmel und perfekte Fuji-Sicht angewiesen ist, sollte die Regenzeit umgehen. Wer sich auf Atmosphäre, Pflanzen und ruhigere Tempel einlassen kann, gewinnt im Juni mehr, als er an Sonne verliert.
Eine Juni-Reise zu Hortensien-Tempeln?
Wir planen Ihre Route so, dass Sie die Ajisai-Hochblüte in der jeweiligen Region erwischen – und vor Ort tagesaktuelle Wetterhinweise haben.
Unverbindliche Beratung anfragenAjisai-Wunder – Hortensien-Tempel im ganzen Land
Wenn die Regenzeit Japans eine heimliche Hauptdarstellerin hat, dann die Ajisai – die japanische Hortensie. Mehr als ein Dutzend Tempel und Schreine im ganzen Land sind seit Jahrhunderten als Ajisai-dera („Hortensien-Tempel“) bekannt. Manche pflegen Hunderte, andere mehrere Tausend Pflanzen – und der Höhepunkt der Blüte fällt genau in die Tsuyu.
Hier eine Auswahl der schönsten Orte, geordnet nach Reiseregion. Die Blütezeit verschiebt sich jedes Jahr um etwa eine Woche – die angegebenen Daten sind Durchschnittswerte.

Kamakura – die Klassiker bei Tokyo
Eine knappe Stunde mit dem Zug aus Tokyo: Kamakura ist der Ajisai-Ort Japans schlechthin, und das spürt man auch an den Besucherzahlen. Wer früh kommt – vor 9 Uhr morgens – erlebt diese Tempel trotzdem in ihrer ruhigen Schönheit.
- Meigetsu-in (明月院) – Der Inbegriff des „Ajisai-dera“. Die berühmten „Meigetsu-Blau“-Hortensien (rund 2.500 Pflanzen) blühen Mitte Juni in einem einheitlichen, fast surrealen Blauton. Die Steinstufen zum Tempeleingang gehören zu den meistfotografierten Bildern Japans.
- Hase-dera (長谷寺) – Auf einer Anhöhe mit Blick auf das Meer. Etwa 2.500 Hortensien in Pink-, Violett- und Blautönen säumen einen Wanderweg um den Tempel; einlassgeregelt mit Zeitfenster – frühe Anreise lohnt sich.
- Jōchi-ji (浄智寺) – Weniger bekannt, deutlich ruhiger, zwischen Meigetsu-in und Engaku-ji gelegen. Ein bewachsener Bambushain mit Hortensien am Rand – eher Atmosphäre als Spektakel.
Kyoto & Uji – Hortensien in der alten Hauptstadt
- Mimuroto-ji (三室戸寺) bei Uji – Mit rund 10.000 Hortensien einer der größten Bestände Japans. Im Juni gibt es abends Beleuchtung; die berühmten herzförmigen Hortensien finden sich am südlichen Ende des Gartens. Hochblüte Mitte bis Ende Juni.
- Fujinomori-jinja (藤森神社) – Ein Shintō-Schrein im Süden Kyotos mit etwa 3.500 Hortensien in zwei abgetrennten Gärten. Weniger touristisch als Mimuroto-ji, ideal für Reisende, die schon in Kyoto sind.
- Yoshimine-dera (善峯寺) – Ein Bergtempel westlich Kyotos. Hortensien wachsen an einem Hang über den ganzen Tempelweg verteilt; herrliche Aussicht ins Kyotoer Becken bei klarem Wetter.
Nara – der ursprüngliche Hortensien-Tempel
Wer Nara mit Kyoto kombiniert, sollte Yata-dera (矢田寺) einplanen – historisch der Ursprung der japanischen Ajisai-dera-Tradition. Etwa 8.000 Hortensien in 60 Sorten, deutlich ruhiger als die Kyotoer und Kamakuraer Tempel. Eine eher meditative Erfahrung als ein Spektakel – genau das, was die Regenzeit eigentlich verspricht.
Großraum Tokyo – die Stadtnahen
- Takahata Fudōson (高幡不動尊) – Etwa eine Stunde mit der Keiō-Linie aus Shinjuku. Rund 7.000 Hortensien auf einem Tempelhügel; deutlich weniger Besucher als in Kamakura, dafür der intime Charakter eines Stadtteiltempels.
- Hakone-Bergbahn-Strecke – Wenn Sie ohnehin nach Hakone reisen, ist der Frühsommer eine gute Wahl: Die kurvige Schmalspurbahn fährt zwischen Mitte Juni und Anfang Juli durch ganze Hortensien-Korridore. Sie drosselt dort stellenweise eigens das Tempo.
Norden und Süden – wenn Sie ausweichen möchten
Auf Hokkaidō blühen die Hortensien später (Juli bis Anfang August) und in einem kühleren Klima – die Insel ist generell ein gutes Ausweichziel, wenn das Festland in Tsuyu liegt. In Kyūshū ist vor allem der Senkō-ji bei Kurume (Präfektur Fukuoka) mit rund 7.000 Hortensien an seinen Hängen einen Umweg wert; in der Region Chūgoku lohnt der Hortensien-Pfad am Kibitsu-Schrein in Okayama – beide abseits der überlaufenen Kansai-Klassiker.

Praktischer Hinweis zur Hochblüte
Die Hortensien-Hochsaison verschiebt sich jedes Jahr um etwa eine Woche, je nach Wetter. Verlässliche Echtzeit-Auskunft geben die Tempel-Websites (oft mit täglicher Blütenstatus-Anzeige in Prozent) sowie die App Tenki.jp. Für deutschsprachige Gäste übernehmen wir diese tagesaktuelle Recherche gerne mit.
Soll ich die Taifun-Saison meiden?
Unsere kurze Antwort: nicht pauschal. Wer eine fest getaktete Rundreise plant, fährt im August und September ein gewisses Risiko; wer flexibel reist und Pufferzeit einplant, kann die Taifun-Saison gut bereisen – besonders in den nördlichen Regionen. Diese Frage wird uns oft gestellt – und die Antwort hängt mehr von Ihrer Reiseart als vom Kalender ab. Der Spätsommer hat schließlich auch seine schönen Seiten: Feste, Feuerwerk und die Obon-Zeit. Welche das sind, lesen Sie in unserem Beitrag zum Sommer in Japan.
Wenn Sie eine Rundreise mit fester Route planen – etwa Tokyo → Hakone → Kyoto → Hiroshima → Miyajima in vierzehn klar getakteten Tagen –, kann ein Taifun im August oder September tatsächlich zu Frustration führen. Ausfälle von Hochgeschwindigkeitszügen, geschlossene Sehenswürdigkeiten und kurzfristige Ryokan-Umbuchungen kosten Nerven, vor allem ohne Vermittlung vor Ort.
Wenn Sie flexibel reisen – wenige feste Termine, Bereitschaft, zwei Tage länger an einem Ort zu bleiben, gute Innenraum-Alternativen (Museen, Onsen, Restaurantbesuche) –, ist auch August und September kein Ausschlusszeitraum. Bei uns waren Gäste, die einen Taifun in einem ländlichen Ryokan in Tōhoku „ausgesessen“ haben und die zwei stillen Tage später als emotionalen Höhepunkt der Reise bezeichneten.
Klare Empfehlung von uns:
- Anfänger-Reisende mit Erstbesuch und festem Plan: lieber Mai, Juni (Anfang/Mitte), Oktober oder November.
- Erfahrene Japan-Reisende mit Bereitschaft zur Flexibilität: August und September funktionieren – vor allem in nördlicheren Regionen (Tōhoku, Hokkaidō).
- Familien mit kleinen Kindern: Taifun-Wochen besser meiden, alleine schon wegen der Hitze und Luftfeuchtigkeit.
Praktische Tipps für Tsuyu und Taifun-Saison
Was Sie in den Koffer packen sollten
- Faltschirm statt Regenjacke. In der Schwüle des Juni schwitzen Sie unter einer Regenjacke schneller, als der Regen Sie nass machen kann. Ein hochwertiger Faltschirm (in jedem japanischen Bahnhof für 500–1.500 ¥ erhältlich, falls nötig) ist die bessere Wahl.
- Atmungsaktive Kleidung. Leinen, dünne Baumwolle und schnelltrocknende Funktionsstoffe sind angenehmer als enge Kunstfasern.
- Zweites Paar Schuhe. Auch wasserdichte Schuhe brauchen über Nacht oft Lüftung. Ein Wechsel ist Gold wert.
- Wäschebeutel. Feuchte Kleidung muss man bis zum Hotel transportieren – ein wasserdichter Beutel im Tagesrucksack ist die einfachste Lösung.
- Mini-Handtuch. Japaner führen ständig ein kleines Handtuch mit sich – für Hände, Stirn, Brillengläser. Im Sommer und in der Regenzeit unverzichtbar.
Apps und Informationen
- Tenki.jp oder Weathernews – die zuverlässigsten Wetter-Apps Japans, mit stundengenauen Regen-Radar-Vorhersagen. Beide haben englische Versionen.
- Japan Meteorological Agency (JMA) – die offizielle Wetterbehörde. Für Taifun-Verläufe und Warnstufen die verlässlichste Quelle (auch auf Englisch).
- NHK World – englischsprachige TV-App mit aktuellen Wetter-Updates, vor allem im Taifun-Fall.
Wenn ein Taifun kommt
- Drei Tage vorher: Reisepläne überprüfen, alternative Innenraum-Aktivitäten am Zielort identifizieren.
- 24 Stunden vorher: Lebensmittel und Wasser für einen halben Tag im Hotel haben (Konbini sind oft am Vortag leergekauft).
- Am Taifun-Tag: Im Hotel oder Ryokan bleiben. Ein Tag im Onsen mit gutem Buch ist eine zutiefst japanische Erfahrung.
- Tag danach: Bahnverkehr fährt meist binnen weniger Stunden wieder, oft mit voller Kapazität – die meisten Gäste reisen erfahrungsgemäß am selben Tag weiter.
Sommerreise mit Vor-Ort-Begleitung?
Wenn Taifune auftreten, organisieren wir Ihre Umbuchungen, alternativen Verbindungen und das Gepäck-Forwarding – in Echtzeit, auf Deutsch.
Sommerreise individuell planenWenn Sie ausweichen möchten
Wenn Sie nach diesem Artikel zu dem Schluss kommen, dass weder Tsuyu noch Taifun-Saison Ihre Idee von Japan sind – vollkommen verständlich. Es gibt drei Zeitfenster, die wir Anfängern besonders empfehlen:
- Anfang bis Mitte Mai – Nach den Kirschblüten, vor der Regenzeit. Frische Tempel, mildes Wetter, niedrigere Preise als zur Sakura-Hochsaison.
- Mitte Oktober bis Mitte November – Der Beginn des Herbstlaubs in Tōhoku und den japanischen Alpen; ruhiges Wetter, klare Luft. Alles dazu in unserem Guide zum Herbstlaub in Japan.
- Ende März bis Anfang April – Klassische Sakura-Hochsaison, mit allen Vorteilen (Schönheit) und Nachteilen (Andrang, Preise).
Eine ausführliche Aufschlüsselung aller Jahreszeiten finden Sie in unserem separaten Artikel Beste Reisezeit Japan 2026: Der ultimative Guide.
Häufige Fragen
Wann ist die Regenzeit in Japan 2026?
Die Regenzeit (Tsuyu) beginnt in Okinawa Anfang Mai und erreicht Anfang Juni das Festland. In Honshū und Kyūshū dauert sie etwa von Mitte Juni bis Mitte Juli, in Tōhoku bis Ende Juli. Hokkaidō hat keine ausgeprägte Regenzeit. Stand 22. Juni 2026: Ganz Japan außer Hokkaidō ist in der Regenzeit – Okinawa und Amami seit Anfang Mai, Süd-Kyūshū am 1. Juni, Shikoku am 2. Juni, Kinki (Kansai mit Kyoto und Osaka), Chūgoku und Nord-Kyūshū am 4. Juni, Tōkai (Nagoya) und Kantō-Kōshin (Tokyo, Yokohama) am 7. Juni sowie Hokuriku und Süd-Tōhoku am 20. Juni und Nord-Tōhoku als letzte Region am 21. Juni. Ein offizielles Tsuyu-Ende hat die JMA bis zum 22. Juni für keine Region gemeldet. Konkrete Start- und Enddaten gibt die Japanische Wetterbehörde (JMA) jedes Jahr regional bekannt.
Regnet es während Tsuyu wirklich jeden Tag?
Nein. Die Regenzeit besteht aus einer Mischung von grauen, schwülen Tagen, kurzen heftigen Schauern und einzelnen sonnigen Stunden. Im Durchschnitt regnet es an etwa der Hälfte der Tage, oft nur stundenweise – eine komplette Tagesplanung wird selten unmöglich.
Wann ist die Taifun-Saison in Japan?
Offiziell von Juni bis Oktober, mit klarem Schwerpunkt im August und September. Pro Jahr erreichen durchschnittlich drei bis fünf Taifune Japan direkt, weitere streifen die Küsten. Die Vorwarnzeit beträgt drei bis sieben Tage – kurzfristige Routenänderungen sind also gut möglich.
Wie viele Taifune gibt es in Japan 2026?
Die Saison 2026 ist ungewöhnlich früh gestartet: Bis Ende Mai hatten sich bereits sechs Taifune gebildet, etwa doppelt so viele wie im langjährigen Durchschnitt (rund 2,5). In jedem Monat von Januar bis Mai entstand mindestens ein Taifun – eine Serie, die es seit 1951 erst zum dritten Mal gibt. Entscheidend für Reisende ist aber nicht die Gesamtzahl, sondern wie viele Taifune Japan tatsächlich erreichen. Dafür erwartet die Japan Weather Association einen weitgehend normalen Bereich mit leichtem Schwerpunkt im August. Mehr dazu im Abschnitt „Wie viele Taifune gibt es dieses Jahr?“.
Wie lange dauert ein Taifun in Japan?
Pro Region dauert das eigentliche Unwetter meist nur einen halben bis einen Tag – der Sturm zieht zügig weiter, davor wie danach ist der Himmel oft strahlend blau. Über eine einzelne Region bewegt sich ein Taifun in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden. Weil die Japanische Wetterbehörde (JMA) drei bis sieben Tage im Voraus warnt, lässt sich ein betroffener Reisetag fast immer flexibel umplanen.
Sind Hortensien-Tempel überlaufen?
Die bekanntesten Tempel wie Meigetsu-in in Kamakura oder Mimuroto-ji in Uji haben in den ersten beiden Juniwochen Hochsaison – frühmorgens oder am späten Nachmittag bleibt es aber auch dort entspannter. Wer ausweichen möchte, findet in Yata-dera (Nara) oder bei kleineren Tempeln deutlich ruhigere Bedingungen.
Lohnt sich eine Japanreise im Juni überhaupt?
Für Reisende, die Hortensien lieben, ruhigere Sehenswürdigkeiten und niedrigere Preise schätzen, ist Juni eine der schönsten Reisezeiten – vorausgesetzt, Sie reisen mit den richtigen Erwartungen und der passenden Ausrüstung. Wer auf strahlend blauen Himmel angewiesen ist, sollte besser in den Mai oder in den Oktober ausweichen.
Weiterlesen & Ihre Reise planen
- → Japan Individualreisen 2026 – der komplette Guide
- → Ryokan in Japan: Tradition, Onsen und wie Sie eines buchen
- → Was kostet eine Japanreise? Der ehrliche Kosten-Guide
- → Japan in zwei Wochen: Die goldene Route
- → Beste Reisezeit Japan 2026: Der ultimative Guide
- → Warum ein Japan-Spezialist? – was die Planung vor Ort ausmacht
Unser Fazit
Tsuyu und Taifun-Saison sind keine Reise-Tabus, sondern Reisezeiten mit eigenem Charakter. Die Regenzeit schenkt Ihnen Hortensien in voller Pracht, ruhigere Tempel und niedrigere Preise – der Preis dafür sind ein paar Schauer und eine Schwüle, die mit der richtigen Ausrüstung gut zu meistern ist. Die Taifun-Saison ist anspruchsvoller, aber kein Ausschlussgrund – vor allem nicht für flexibel reisende Gäste oder bei Routen in den nördlichen Regionen Japans.
Unser Rat ist immer derselbe: Bauen Sie Ihre Reise um das, was Sie suchen, nicht um das, was Sie vermeiden wollen. Wenn Sie Ajisai, Moosgärten im Regen und stille Tempel suchen, ist der Juni Ihr Monat. Wenn Sie die blaue Fuji-Sicht und makellose Wandertage wollen, sind Mai oder Oktober besser. Beides ist legitim. Beides ist Japan.
Wir sind Japan Privat: ein in Japan ansässiger, auf Deutsch beratender Reiseveranstalter für individuelle Japanreisen. Wenn Sie überlegen, ob die Regenzeit für Sie das Richtige ist – oder wie Sie eine Sommerreise mit Taifun-Risiko abfedern können –, sprechen Sie uns gerne unverbindlich an.
30 Minuten Erstgespräch – kostenfrei und unverbindlich
Erzählen Sie uns, was Sie sich von Ihrer Japanreise erhoffen. Wir hören zu, stellen Fragen – und entscheiden gemeinsam, ob Juni, Juli oder eine andere Reisezeit zu Ihnen passt.
Beratungsgespräch anfragenÜber den Autor

Kentaro Asakura
Gründer von Japan Privat · Japan-Kenner, der Sie auf Deutsch begleitet
Kentaro Asakura ist in Japan geboren und aufgewachsen. In seinen Jahren in München lernte er fließend Deutsch sprechen und begegnete dort seiner späteren Frau, einer Deutschen – gemeinsam kehrten sie nach Japan zurück. Mit Japan Privat plant er seit über zehn Jahren individuelle Reisen für Gäste aus dem deutschsprachigen Raum – auf Deutsch, mit dem Blick eines Einheimischen und einem Gespür dafür, was Reisende aus dem deutschsprachigen Raum erwarten.



